Die Ombudskommission steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unserer Universität zur Beratung und Unterstützung in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis und ihrer Verletzung durch wissenschaftliche Unredlichkeit zur Verfügung.

Ombudsverfahren an der Universität Leipzig

  • Die Universität Leipzig geht jedem konkreten Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten ohne Ansehen der Person nach.
  • Die Ombudspersonen, die Mitglieder der Ständigen Kommission sowie die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle sind zur Vertraulichkeit verpflichtet. Sie arbeiten unabhängig, unparteiisch und weisungsungebunden.
  • Ohne die Sicherung absoluter Vertraulichkeit sind Ombudsverfahren nicht möglich, weil eine Vermittlung in Konfliktfällen nur unter dieser Bedingung eine Chance auf eine bestenfalls einvernehmliche und faire Lösung erhält. Die Gewährleistung der Vertraulichkeit dient dem Schutz aller in ein Verfahren involvierter Personen und sie gilt auch über den Abschluss eines Falls hinaus. Um diesen Schutz zu gewährleisten, wird die Wahrung der Vertraulichkeit zu Beginn von allen Beteiligten eingefordert. Die Ombudspersonen, Mitglieder der Ständigen Kommission und Mitarbeitenden der Geschäftsstelle sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Satzung der Universität Leipzig zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis regelt den besonderen Schutz aller Personen, die in Vorgänge wissenschaftlichen Fehlverhaltens verwickelt sind, im Hinblick auf ihre persönliche und wissenschaftliche Integrität. Ein Bruch dieser Vertraulichkeit wird als Verstoß gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis angesehen.
  • Die Eröffnung eines Verfahrens ist freiwillig. Ein Ombudsverfahren, das heißt eine Untersuchung Ihres Verdachts, findet grundsätzlich nur dann statt, wenn Sie Ihre Zustimmung dazu erteilt haben. Aufgrund einer persönlichen Risikoabwägung können Sie als informierende Person auf eine weitergehende Untersuchung verzichten, auch wenn Ihr Verdacht auf ein wissenschaftliches Fehlverhalten gut begründet ist.

Das Ombudsverfahren an unserer Universität ist in der Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis geregelt. Bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis und für Hinweise auf mögliches wissenschaftliches Fehlverhalten stehen Ihnen die Ombudspersonen und die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle als vertrauliche Ansprechpersonen zur Verfügung. Das Verfahren beginnt mit der Kontaktaufnahme und durchläuft mehrere Stufen:

 

  • 1. Kontaktaufnahme
    Wenn Sie einen Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten haben, wenden Sie sich an die Geschäftsstelle. Sie nimmt Verdachtsmeldungen vertraulich entgegen und prüft in einem ersten Gespräch, ob die Meldung einen Bezug zu wissenschaftlichem Fehlverhalten aufweist. Sie bietet eine Erstberatung an, bei der über mögliche Verfahrensschritte aufgeklärt wird. Nur wenn Sie damit einverstanden sind, wird der Kontakt zu einer zuständigen Ombudsperson oder weiteren Beratungseinrichtungen der Universität hergestellt. Es steht Ihnen frei, sich mit Ihrem Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten auch direkt an eine der Ombudspersonen zu wenden. Verdachtsfälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens können Sie auch anonym bei der Geschäftsstelle zur Anzeige bringen.
  • 2. Ombudspersonen
    Der Senat bestellt auf Vorschlag des Rektorats in Lehre und Forschung erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit nationalen und internationalen Kontakten als Ombudspersonen. Sie werden vom Senat für eine Amtszeit von fünf  Jahren benannt und gehören unterschiedlichen Fakultäten an. Aufgabe der Ombudspersonen ist es, Personen, die einen Verdacht melden oder unverschuldet in Vorgänge wissenschaftlichen Fehlverhaltens verstrickt sind, vertraulich zu beraten und an sie herangetragenen Verdachtsfälle auf ihre Plausibilität hin zu überprüfen (Vorprüfungsverfahren). Die Arbeit der Ombudspersonen ist von dem Ziel getragen, zwischen den Parteien eines Konflikts zu vermitteln und Auseinandersetzungen beizulegen, soweit dies im Einklang mit den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis möglich ist.
  • 3. Verdachtsanzeige
    Die Aufnahme eines Ombudsverfahren, also die Untersuchung eines Verdachtsfalls, beginnt mit der Formulierung einer konkreten Verdachtsanzeige durch die informierende Person. Diese soll schriftlich unter Nennung der belastenden Tatsachen und Beweismittel erfolgen und entweder an die Geschäftsstelle oder an die Ombudsperson geschickt werden.
  • 4. Vorprüfungsverfahren
    Die für den Vorgang zuständige Ombudsperson prüft – mit dem Einverständnis der informierenden Person – die Vorwürfe unter Plausibilitätsgesichtspunkten auf Korrektheit und Bedeutung. Dies erfolgt unter Anhörung der informierenden und der beschuldigten Personen. Dabei wird geprüft, ob die Vorwürfe auszuräumen sind bzw. eine gütliche Einigung zwischen den Parteien erreicht werden kann. Gelingt der Ombudsperson dies, stellt sie das Vorprüfungsverfahren ein und informiert die beschuldigten und informierenden Personen. Kann die für den Vorgang zuständige Ombudsperson die Vorwürfe nicht ausräumen, übermittelt sie die Entscheidung und die Unterlagen einschließlich der Verdachtsanzeige an die Ständige Kommission. Sind informierende Personen mit der Entscheidung der zuständigen Ombudsperson im Vorprüfungsverfahren nicht einverstanden, können sie die Ständige Kommission anrufen.
  • 5. Ständige Kommission
    Die Ständige Kommission untersucht die Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Hierzu entscheidet Sie über die Einstellung oder Weiterführung des Vorprüfungsverfahrens und führt das förmliche Untersuchungsverfahren durch. Sie kann ein Verfahren einstellen oder Vorschläge machen, in welcher Weise ein festgestelltes Fehlverhalten sanktioniert werden soll. Die Ständige Kommission empfiehlt gegebenenfalls strukturelle Konsequenzen zur Vermeidung einer Wiederholung wissenschaftlichen Fehlverhaltens.
    Die Ständige Kommission setzt sich aus folgenden stimmberechtigten Mitgliedern zusammen:
    • Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (kraft Amts),
    • Vertrauensdozentin bzw. Vertrauensdozent der DFG (kraft Amts),
    • drei Hochschullehrerinnen undHochschullehrern, von denen einer die Befähigung zum Richteramt haben muss,
    • eine akademische Mitarbeiterin bzw. ein akademischer Mitarbeiter,
    • eine Studentin bzw. ein Student und
    • eine Doktorandin bzw. ein Doktorand
  • 6. Förmliches Untersuchungsverfahren
    Die Ständige Kommission leitet das förmliche Untersuchungsverfahren ein, indem sie den beschuldigten Personen das Ergebnis der Vorprüfung mitteilt. Die Ständige Kommission ermittelt sowohl die belastenden als auch die entlastenden Umstände. Sie kann die beschuldigte und die informierende Person zu ergänzenden Angaben auffordern. Sie prüft in freier Beweiswürdigung, ob ein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Hält die Ständige Kommission ein wissenschaftliches Fehlverhalten nicht für erwiesen oder sieht es als nicht schwerwiegend an, stellt sie das Verfahren ein. Hält die Ständige Kommission ein wissenschaftliches Fehlverhalten für erwiesen, berichtet sie der Rektorin schriftlich über das Ergebnis ihrer Untersuchungen und schlägt vor, in welcher Weise das Verfahren fortgesetzt werden soll.

Gute wissenschaftliche Praxis während der Corona-Epidemie

Eine gute wissenschaftliche Praxis ist auch während der Coronavirus-Pandemie unerlässlich für die wissenschaftliche Integrität und das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft.
Vor dem Hintergrund der weltweiten Verbreitung von SARS-CoV-2 werden vermehrt Publikationen auf Preprint-Servern zur Verfügung gestellt, ohne dass sie vorher einem Peer Review unterzogen wurden. In einem Statement für das Science Media Center hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Stellung zu den Chancen und Risiken dieser Form des Öffentlichmachens wissenschaftlicher Erkenntnisse genommen.

Zum Statement der DFG

Zum ENRIO-Statement (European Network of Research Integrity Offices)

Weitere Anlaufstellen

Neben der Ombudskommission stehen Ihnen an unserer Universität weitere Anlaufstellen zur Verfügung, die Sie zu forschungsethischen Fragestellungen beraten und zu Themen wie Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Konfliktmanagement informieren. Zusätzlich können Sie überregionale, universitätsunabhängige Ansprechpersonen wenden.

Ethikbeirat

Fragen zu den ethischen Aspekten Ihrer Forschungsvorhaben richten Sie bitte an den Ethikbeirat. Der Ethikbeirat prüft und gibt gegebenenfalls eine Stellungnahme zu ethischen Aspekten geplanter Forschungsvorhaben mit Menschen ab.

Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät

Die Ethik-Kommission sichert die Beachtung ethischer und rechtlicher Standards sowie die wissenschaftliche Integrität von Forschungsvorhaben am und mit Menschen.

Gleichstellungsbüro

Das Gleichstellungsbüro bietet Beratungen zu Themen wie Frauenförderung, Familienfreundlichkeit, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Homophobie an. Es setzt sich aktiv für Chancengerechtigkeit unter Frauen und Männern an der Universität Leipzig ein. Die Entwicklung familienfreundlicher Strukturen an der Universität Leipzig bildet den dritten Schwerpunkt der Arbeit.

Personalrat Hochschulbereich

Der Personalrat achtet auf die Einhaltung der für Beschäftigte wichtigen Rechtsvorschriften. Dazu gehören vor allem die Tarifverträge, aber auch Dienstvereinbarungen und Gesetze. Entsprechend Paragraf 5 Absatz 1 der Dienstvereinbarung zur Konfliktlösung am Arbeitsplatz (DV Konfliktlösung) wurde ein Ansprechpartner für den Bereich Konfliktlösung und Mobbing bestellt.

Ombudsmann für die Wissenschaft

Neben den Ombudspersonen unserer Universität gibt es die überregionale Einrichtung Ombudsmann für die Wissenschaft. Diese steht allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unmittelbar und unabhängig von einem Bezug zur DFG zur Beratung und Unterstützung in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis und ihrer Verletzung durch wissenschaftliche Unredlichkeit zur Verfügung. Eine parallele Anrufung beider Ombudsstellen ist nicht möglich.

Vertrauensdozenten der DFG

Alle Hochschulen, die Mitglieder der Deutschen Forschungsgemeinschaft sind, bestimmen aus ihrem Kreis eine Hochschullehrerin oder einen Hochschullehrer als Vertrauensdozenten der DFG. Der Vertrauensdozent bzw. die Vertrauensdozentin nimmt die Funktion einer Ansprechperson vor Ort für Antragstellerinnen und Antragsteller bei der DFG wahr.

Liste der Vertrauensdozentinnen und -dozenten 

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