Gemäß Paragraf 17 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes ist es unter bestimmten Voraussetzungen an unserer Universität möglich, ohne Abitur zu studieren. Dazu benötigen Sie die entsprechende berufliche Qualifikation oder müssen eine Zugangsprüfung erfolgreich ablegen.

Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur

Nach Paragraf 17, Absatz 3 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes ist beruflich qualifiziert, wer über einen der folgenden Abschlüsse verfügt:

  • Meisterprüfung
  • Fortbildungsabschluss:
    • Auf Grundlage einer Fortbildungsordnung nach Paragraf 53 des Berufsbildungsgesetzes oder nach Paragraf 42 der Handwerksordnung
    • Fortbildungsprüfungsregelungen nach Paragraf 54 des Berufsbildungsgesetzes oder nach Paragraf 42a der Handwerksordnung; der Lehrgang umfasste mindestens 400 Unterrichtsstunden
  • Befähigungszeugnis für den nautischen oder technischen Schiffsoffizier
  • Abschluss einer Fachschule
  • Abschluss aufgrund einer vergleichbaren landesrechtlichen Fortbildungsregelung für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufe 

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Abschluss einer der genannten Qualifikationen entspricht, fragen Sie bitte bei Ihrer Ausbildungsstätte nach. Sollten Sie von dieser keine Auskunft erhalten, können wir Ihren Abschluss gern prüfen.

Bitte senden Sie dazu folgende Unterlagen per E-Mail an Nicole Rodegast:

  • einen tabellarischen Lebenslauf mit Ihrer aktueller Postadresse, mit vollständigen Informationen zu Ihrer Schulbildung, Ihrer Ausbildung, zu eventuellen Weiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen sowie zu Ihrer Berufserfahrung unter der Nennung der jeweiligen Institutionen
  • Ihre Zeugnisse (bitte alle Seiten mitsenden)

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Aussage zu Ihren Zugangsmöglichkeiten treffen können, wenn wir das entsprechende Zeugnis nicht gesehen haben.

Vorbereitung beruflich qualifizierter Bewerber

  • Lassen Sie sich Abschnitt A des Formblatts „Nachweis der beruflichen Aufstiegsfortbildung und des Beratungsgesprächs“ von Ihrer ausbildenden oder weiterbildenden Institution ausfüllen. Bitte achten Sie darauf, dass Ihre erworbene Durchschnittsnote an der entsprechenden Stelle im Formblatt vermerkt wird. Dies ist für den weiteren Bewerbungsprozess zwingend erforderlich.
  • Führen Sie das vorgeschriebene Beratungsgespräch für beruflich qualifizierte Bewerber bei der Zentralen Studienberatung im Studenten Service Zentrum (SSZ) und lassen Sie sich dieses im Abschnitt B des Formblatts bestätigen. Sollte Ihnen dies aufgrund persönlicher Umstände nicht möglich sein, kontaktieren Sie die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung bitte direkt, damit eine individuelle Lösung gefunden werden kann.

Sie besitzen keinen der oben genannten Abschlüsse, haben aber eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung in diesem Beruf? In diesem Fall führt Ihr Weg an unsere Universität über die Zugangsprüfung.

Wenn Sie weder über einen der genannten Abschlüsse verfügen noch über eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung, ist die Studienaufnahme an unserer Universität nicht möglich. Dies gilt auch, wenn Sie im Besitz der Fachhochschulreife sind, diese berechtigt gemäß Paragraf 17, Absatz 2 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes nur zum Studium an Fachhochschulen.

Zugangsprüfung

Die Zugangsprüfung ist ein Test, mit dem Sie die Hochschulzugangsberechtigung für einen ganz bestimmten Studiengang (fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung) an unserer Universität erwerben.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserem Informationsblatt zur Zugangsprüfung.

Das Bestehen der Zugangsprüfung garantiert Ihnen noch keinen Studienplatz. Sie erwerben eine Durchschnittsnote, mit der Sie am Bewerbungs- und Auswahlverfahren der einzelnen Studiengänge teilnehmen können.

Die Zugangsprüfung findet zweimal jährlich statt. Sie besteht aus vier Teilprüfungen auf Abiturniveau, die innerhalb von fünf Wochen abgelegt werden müssen. Aus den Ergebnissen der Teilprüfungen wird die Durchschnittsnote berechnet, mit der Sie am Bewerbungs- und Auswahlverfahren im von Ihnen gewünschten Studiengang teilnehmen.

Das Bestehen der Zugangsprüfung bedeutet also nicht, dass Sie in einem zulassungsbeschränkten Studiengang eine Zulassung erhalten.

Gegebenenfalls erforderliche Eignungsfeststellungsprüfungen müssen zusätzlich zum Bestehen der Zugangsprüfung separat absolviert und bestanden werden.

Die vier zu absolvierenden Teilprüfungen stammen aus folgenden Bereichen: 

  • Fremdsprachenprüfung (in der Regel Englisch)
    • Schriftliche Arbeit mit einer Dauer von maximal vier Stunden
  • Deutschprüfung
    • Schriftliche Arbeit (Aufsatz) mit einer Dauer von maximal vier Stunden
    • Inhalt, Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik werden bewertet.
  • Mathematikprüfung
    • Schriftliche Arbeit mit einer Dauer von maximal 150 Minuten
    • Das Anforderungsniveau richtet sich nach dem Studiengang, für den die Prüfung absolviert wird.
  • Fachspezifische Prüfung
    • Schriftliche Arbeit mit einer Dauer von maximal vier Stunden und/oder
    • Prüfungsgespräch mit einer Dauer von 30 bis 45 Minuten abhängig vom Studiengang, für den die Prüfung absolviert wird
    • Nähere Informationen zur fachspezifischen Prüfung können auch den Anlagen in der Ordnung für den Erwerb der fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung entnommen werden.
    • Eine Einladung zur fachspezifischen Prüfung erfolgt nur, wenn die vorangegangenen drei Teilprüfungen bestanden wurden.

Leider können wir keine Vorbereitungskurse für die Zugangsprüfung anbieten. Nutzen Sie zur Vorbereitung bitte unsere Musterklausuren:

Klausur Deutsch
PDF ∙ 47 KB

Klausur Englisch
PDF ∙ 252 KB

Anrechnung von Teilprüfungen

Auf Antrag können Ihnen einzelne Teilprüfungen angerechnet werden. Legen Sie dazu bitte gleichwertige Abschlüsse anderer staatlicher oder staatlich anerkannter Bildungseinrichtungen vor. Die Gleichwertigkeit ist gegeben, wenn die Leistungen in Inhalt, Umfang und in den Anforderungen im Wesentlichen der betroffenen Teilprüfung entsprechen. 

Teilprüfungen anderer Hochschulen können auf Antrag ebenfalls angerechnet werden. Auch hier muss in den Anforderungen eine Gleichwertigkeit zur Zugangsprüfung an unserer Universität bestehen.

Nachteilsausgleich

Studieninteressierte mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung haben das Recht, für die Zugangsprüfungen Nachteilsausgleiche zu beantragen. Damit wird eine chancengleiche Teilnahme an den Prüfungen ermöglicht.

Nähere Informationen zur Beantragung eines Nachteilsausgleichs und zu den Themen Studium und Prüfungen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen finden Sie auf der Seite Studieren in besonderen Lebenslagen.

Wiederholen der Prüfung bei Nichtbestehen

Die Zugangsprüfung kann nach einem ersten Nichtbestehen einmal wiederholt werden. Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn mindestens eine der vier Teilprüfungen nicht bestanden wurde.

Die Teilnahme an der Zugangsprüfung ist möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • deutsche Staatsangehörigkeit
  • eine mindestens zehnjährige erfolgreich abgeschlossene Schulbildung
  • erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
  • Als Berufsausbildung gelten:
    • Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz
    • Abschluss einer Berufsfachschule, deren Zulassungsvoraussetzung das Abschlusszeugnis der Mittelschule oder ein als gleichwertig anerkanntes Zeugnis ist
    • Abschluss einer Ausbildung im einfachen oder mittleren Dienst der öffentlichen Verwaltung.
    • Abschluss einer Berufsausbildung mit einem Facharbeiterbrief der Deutschen Demokratischen Republik
  • dreijährige Berufserfahrung im erlernten Beruf
  • Durchführen eines Beratungsgesprächs bei der Zentralen Studienberatung zu den Öffnungszeiten im Studenten Service Zentrum (SSZ). Sollte Ihnen dies aufgrund persönlicher Umstände nicht möglich sein, kontaktieren Sie die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung bitte direkt, damit eine individuelle Lösung gefunden werden kann.

Wer bereits zweimal eine Zugangsprüfung an einer Universität oder gleichgestellten (Fach)-Hochschule in Deutschland nicht bestanden hat, darf nicht mehr an der Zugangsprüfung unserer Universität teilnehmen.

Zeitraum Bewerbung und Prüfung

Die Bewerbungs- und Prüfungszeiträume der Zugangsprüfung sind dem Einschreiberhythmus unserer Universität angepasst. Bitte beachten Sie deshalb die Bewerbungsfristen  für die Online-Bewerbung Ihres gewünschten Studiengangs, bevor Sie sich für einen Bewerbungs- und Prüfungszeitraum für Ihre Zugangsprüfung entscheiden.

Semester

Bewerbungszeitraum

Prüfungszeitraum

Sommersemester
01.04. – 30.09.

01.08. – 31.01.

April/Mai

Wenn Sie sich am 15.08.2018 für die Zugangsprüfung bewerben, nehmen Sie am Prüfungsverfahren des Sommersemesters 2019 teil. Die Prüfungen finden im April/Mai 2019 statt. Frühester Studienbeginn ist das Wintersemester 2019/2020.

Semester

Bewerbungszeitraum

Prüfungszeitraum

Wintersemester

01.10.-31.03.

01.02. – 31.07.

Januar/Februar

Wenn Sie sich am 16.04.2018 für die Zugangsprüfung bewerben, nehmen Sie am Prüfungsverfahren des Wintersemesters 2019/2020 teil. Die Prüfungen finden im Januar/Februar 2019 statt. Frühester Studienbeginn ist das Wintersemester 2019/2020.

Auch Wiederholungsprüfungen unterliegen diesem Zeitplan.

Wie erfolgt die Bewerbung?

Bitte lassen Sie dem Studentensekretariat folgende Unterlagen zukommen:

  • unterschriebener und ausgefüllter Antrag auf Zulassung zur Zugangsprüfung
  • amtlich beglaubigte Kopie des Schulabschlusszeugnisses
  • Nachweis der abgeschlossenen Berufsausbildung in amtlich beglaubigter Kopie (in der Regel Zeugnis der IHK oder der Handwerkskammer)
  • Nachweis über eine mindestens dreijährige Berufsausübung im erlernten Beruf (Bestätigung des Arbeitgebers, Arbeitszeugnisse, oder Ähnliches) 
  • Nachweis des Beratungsgesprächs für die Zugangsprüfung
  • tabellarischer Lebenslauf mit aktueller Postanschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer
  • gegebenenfalls ein formloser Antrag auf die Anrechnung von Prüfungsleistungen

Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen durch unser Studentensekretariat informieren wir Sie per Post über das Ergebnis.

Sie werden zur Prüfung zugelassen

  • Bekommen Sie einen positiven Bescheid, können Sie an der Zugangsprüfung teilnehmen.
  • Sie erhalten ebenfalls per Post die Einladungen für die Teilprüfungen in der Fremdsprache, in Deutsch und Mathematik sowie Informationen über den Umfang der Teilprüfungen, über die Prüfungsanforderungen und über die zugelassenen Hilfsmittel.
  • Ihre Unterlagen werden an die zuständigen Prüfungskommissionen der einzelnen Studiengänge weitergeleitet. Von dort erhalten Sie nach dem Bestehen der ersten drei Teilprüfungen spätestens zwei Wochen vor dem geplanten Prüfungstermin eine Einladung zur fachspezifischen Prüfung.

Sie werden nicht zur Prüfung zugelassen

Wenn Sie einen ablehnenden Bescheid erhalten, sind darin die entsprechenden Gründe ausgeführt. Sie erhalten Ihre Unterlagen zurück.  

Die Prüfungsergebnisse

  • Prüfung bestanden
    Das Zeugnis über die bestandene Zugangsprüfung erhalten Sie von der zuständigen Prüfungskommission. Damit können Sie sich anschließend frist- und formgerecht über das AlmaWeb-Portal für den von Ihnen gewünschten Studiengang bewerben. 
  • Prüfung nicht bestanden
    Sollten Sie eine oder mehrere Teilprüfungen nicht bestanden haben, teilt Ihnen dies die zuständige Prüfungskommission mit und informiert Sie über das weitere Vorgehen.

Wiederholen der Prüfung

  • Die Zugangsprüfung kann nach einem ersten Fehlversuch (Nichtbestehen) einmal wiederholt werden. Eine weitere Wiederholung ist nicht möglich.
  • Reichen Sie den ausgefüllten Antrag auf Wiederholungsprüfung fristgerecht ein (Fristen siehe oben, Absatz „Bewerbung“).
  • Kreuzen Sie auf dem Antrag an, welche Teilprüfung(en) Sie wiederholen möchten. Bereits bestandene Teilprüfungen werden auf die Wiederholungsprüfung übertragen.

Bewerbung beruflich Qualifizierter für einen Studienplatz

Die Online-Bewerbung für einen Studienplatz muss frist- und formgerecht erfolgen.

Bitte geben Sie als beruflich qualifizierter Bewerber in der Online-Bewerbung unter dem Punkt „Hochschulzugangsberechtigung“ Folgendes ein:

  • Datum der Hochschulzugangsberechtigung:
    • Datum, das als Ausstellungsdatum auf dem Abschlusszeugnis Ihrer Aufstiegsfortbildung beziehungsweise auf dem Zeugnis der Zugangsprüfung steht 
  • Art der Hochschulzugangsberechtigung:
    • Inhaber eines Abschlusses nach Paragraf 17, Absatz 3 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes wählen bitte aus: Beruflich Qualifizierte (aHR)
    • Bewerber mit Zugangsprüfung wählen bitte aus: Sonstige Studienberechtigung (fgHR)
  • Note der Hochschulzugangsberechtigung:
    • Inhaber eines Abschlusses nach Paragraf 17, Absatz 3 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes geben bitte die Durchschnittsnote an, die von Ihrer ausbildenden Institution in Abschnitt A des Formblattes „Nachweis der beruflichen Aufstiegsfortbildung und des Beratungsgesprächs“ eingetragen wurde.
    • Bewerber mit Zugangsprüfung geben bitte die Durchschnittsnote entsprechend Ihrem Zeugnis der Zugangsprüfung an.

Orientieren Sie sich bei Fragen zu einzureichenden Unterlagen bitte an unserer Seite Bewerbungsunterlagen.

Es gibt keine gesonderten Zulassungsquoten für beruflich qualifizierte Studieninteressierte. Die in Ihrer beruflichen Qualifikation erreichte Durchschnittsnote konkurriert mit den Abiturdurchschnittsnoten der anderen Studieninteressierten. 

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