Für Studierende der Universität Leipzig mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung gibt es umfangreiche Unterstützungsangebote, Informationen zu Nachteilsausgleichen, Studienorganisation oder Langzeitstudiengebühren. Im Folgenden wird über alle notwendigen Informationen zum Studium mit Beeinträchtigung an der Universität Leipzig informiert.

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 3, Grundgesetz

Eine Hand fährt über taktile Beschriftungen auf dem Campus der Universität Leipzig
Taktile Wand am Campus Augusutsplatz, Foto: Swen Reichhold

Rechtliche Grundlagen

Ein Studium mit Beeinträchtigung kann Sie vor einige Herausforderungen stellen. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass eng strukturierte Studienverläufe nicht Ihren zeitlichen und formalen Möglichkeiten entsprechen. Nachteilsausgleiche können Ihnen in solchen Situationen weiterhelfen und die Benachteiligungen ausgleichen. In diesen Fällen haben Sie als Studentin oder Student mit gesundheitlicher Beeinträchtigung Anspruch auf individuelle Nachteilsausgleiche.

Nachteilsausgleiche sind keine Bevorzugung, sondern sollen zu Chancengleichheit führen.

Nutze dein Recht auf ein chancengleiches Studium.

Übersicht relevanter Gesetze zum Thema Nachteilsausgleiche

  • Grundgesetz (GG)
    Schon aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leitet sich der Anspruch eines chancengleichen Studiums für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ab. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Artikel 3 GG) „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ (Artikel 20 GG)
  • UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
    Deutschland hat sich durch die Ratifizierung der UN-BRK im Jahr 2009 der Umsetzung der Inhalte dieser Konvention verpflichtet. In Artikel 24 wird der Anspruch auf inklusive Bildung und das Recht auf lebenslanges Lernen, und das gilt auch für die Hochschulbildung, benannt. „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. [...] mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen.“ (Artikel 24 Abs. 1b UN-BRK)
  • Hochschulrahmengesetz (HRG)
    Das Hochschulrahmengesetz bildet die Grundlage des Hochschulrechts in Deutschland. „Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit [...]. Sie tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.“ (§2 Abs. 4 HRG) „Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen.“ (§16 Satz 4 HRG)
  • Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz (SächsHSFG)
    Das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz regelt die Rechte und Pflichten der Hochschulen auf Landesebene. „Die Hochschulen haben insbesondere folgende Aufgaben: Sie tragen dafür Sorge, dass Studenten mit Behinderung oder chronischer Krankheit in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können." (§5 Abs. 2 Nr. 12 SächsHSFG) „Prüfungsordnungen müssen [...] der Chancengleichheit für behinderte und chronisch kranke Studenten dienende Regelungen treffen.“ (§34 Abs. 3 SächsHSFG)

Arbeitsfeld der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Die Aufgabe der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischer Erkrankungen ist es, die betreffenden Studierenden dabei zu unterstützen ihr Recht auf ein chancengleiches Studium wahrzunehmen. Hierzu arbeitet das Büro der Senatsbeauftragten  in den folgenden Bereichen:

  • Unterstützung bei der Umsetzung des Hochschulaktionsplans Inklusion an der Universität Leipzig
  • Unterstützung bei der Einrichtung barrierefreier Studiengängen
  • Interessenvertretung von Studierenden mit Beeinträchtigung
  • Durchführung und Organisation universitätsinterner Fortbildungen zum Beispiel im Bereich Nachteilsausgleich
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. bei spezifischen universitären Aktionstagen)
  • Durchführung von Vernetzungstreffen für Akteurinnen und Akteure zum Thema barrierefreies Studium
  • Spezialberatung von universitären Einrichtungen bspw. zu Härtefallanträgen/Nachteilsausgleichen bei Behinderungen und chronischen Erkrankungen
  • Hilfestellung von Studieninteressierten und Studierenden mit Beeinträchtigung bei komplexen Problemfällen im Studium und in Prüfungen

Studieren mit Beeinträchtigung

Die erste Anlaufstelle und Beratungsmöglichkeit für Studierende mit Beeinträchtigung ist das zuständige Studienbüro der jeweiligen Fakultät.

Dort werden Sie u.a. zu folgenden Fragen beraten:

  • Nachteilsausgleich und Antragsstellung
  • inklusive Studienorganisation

Weitere wichtige Anlaufstellen sind die Psychosoziale Beratung und die Sozialberatung (z.B. bei Fragen zur Studienfinanzierung, zum Wohnen) des Studentenwerks.

Allgemeine Informationen zu Nachteilsausgleichen

Aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden kann es während des Studiums zu Schwierigkeiten bei der Organisation des Studiums oder bei der Durchführung von Prüfungen kommen. In diesen Fällen können Studierende mit Beeinträchtigung einen Nachteilsausgleich beantragen. Auf diese Weise wird eine chancengleiche Teilhabe am Studium und an Prüfungen ermöglicht. Es handelt sich insofern bei Nachteilsausgleichen nicht um „Vergünstigungen“, sondern um den Ausgleich von individuellen, aufgrund einer Beeinträchtigung entstehenden, Nachteilen.

Anspruch auf Nachteilsausleich haben insbesondere Studierende mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bzw. Behinderungen.

Als Nachteilsausgleichen können je nach Einzelfall in Frage kommen: Veränderung der Studien- und Prüfungsleistungen oder von (Abgabe-) Fristen, Anwesenheitspflichten oder die individuelle Anpassung anderen Lehr- und Prüfungsbedingungen. Sie können vor dem Studium und während des Studiums beantragt werden.

Im Anschluss finden Sie alle notwendigen Informationen zur Voraussetzung und Beantragung von Nachteilsausgleichen.

Härtefallantrag

Zwei bis drei Prozent der Studienplätze sind Bewerberinnen und Bewerbern mit gesundheitlicher Beeinträchtigung vorbehalten. Voraussetzung ist, dass die Ablehnung des Antrags auf Zulassung zum Studium eine außergewöhnliche Härte darstellen würde. Einen Antrag können Sie zum Beispiel stellen, wenn Sie eine Erkrankung mit Tendenz zur Verschlimmerung haben oder in Ihrer Berufswahl oder Berufsausübung aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung eingeschränkt sind.

Im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung müssen Sie einen Härtefallantrag bei unserer Universität stellen. Einzureichen ist ein fachärztliches Gutachten, das für Laien nachvollziehbar den Härtefall begründet.

Bei der Vergabe der Härtefallplätze kann nicht garantiert werden, dass alle Antragstellenden einen Studienplatz bekommen. Übersteigt die Zahl der Antragstellenden die Zahl der zur Verfügung stehenden Härtefallplätze, entscheidet der Grad der außergewöhnlichen Härte über den Erhalt einer Zulassung.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichregelungen an den Vorgaben von hochschulstart.de.

Nachteilsausgleiche zur Bewerbung – Verbesserung der Durchschnittsnote

Wurden Sie durch besondere gesundheitliche Umstände (zum Beispiel längere Ausfallzeiten aufgrund von Krankenhausaufenthalten) beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung daran gehindert, eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote stellen.

Als Nachweis für Ihren Leistungsabfall benötigen Sie ein Gutachten Ihrer Schule, aus dem hervorgeht, in welchem Umfang sich Ihre schulischen Leistungen verschlechtert haben. Eine Einschätzung muss für jedes relevante Fach einzeln erfolgen. Aus dieser Einschätzung ergibt sich eine neue Durchschnittsnote, mit der Sie am Vergabeverfahren teilnehmen.

Die Beantragung des Nachteilsausgleichs zur Verbesserung der Durchschnittsnote muss bei der Online-Bewerbung angegeben werden. Die benötigten Nachweise werden im Anschluss der ausgedruckten Bewerbung beigefügt und der Universität Leipzig zugesendet.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichsregelungen an den Vorgaben von hochschulstart.de.

Nachteilsausgleiche zur Bewerbung – Verbesserung der Wartezeit

Hat sich der Erwerb Ihrer Hochschulzugangsberechtigung verzögert, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Wartezeit stellen. Voraussetzung dafür sind Gründe, die Sie nicht zu vertreten haben. Dafür benötigen Sie geeignete Nachweise, die die Verzögerung belegen. Haben Sie zum Beispiel aufgrund von Krankheit ein Schuljahr wiederholt, können Ihnen dafür zwei zusätzliche Wartesemester angerechnet werden.

Die Beantragung des Nachteilsausgleichs zur Verbesserung der Wartezeit muss bei der online Bewerbung angegeben werden. Die benötigten Nachweise werden im Anschluss der ausgedruckten Bewerbung beigefügt und der Universität Leipzig zugesendet.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichsregelungen an den Vorgaben von hochschulstart.de.

Eignungsprüfung

Für Ihren angestrebten Studiengang ist eine Eignungsprüfung vorgesehen? Auch für diese Prüfungen haben Sie Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Voraussetzung ist, dass Sie durch die Folgen Ihrer Beeinträchtigung in der Ausübung der Eignungsprüfung gegenüber Ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern benachteiligt sind.

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor der Prüfung bei der jeweiligen Fakultät über Möglichkeiten des Ausgleichs.

Beantragung eines Nachteilsausgleichs

Um einen Nachteilsausgleich in Prüfungen und/oder für die Organisation Ihres Studiums in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie bei Ihrem jeweiligen Prüfungsausschuss einen formlosen, schriftlichen Antrag stellen. Darin müssen Sie die Auswirkungen Ihrer Beeinträchtigung auf Prüfungen  oder die Durchführung/Organisation Ihres Studiums beschreiben, ohne dabei unbedingt die Diagnose zu nennen. Außerdem müssen Sie einen Vorschlag unterbreiten, wie ein passender Nachteilsausgleich für Sie aussehen könnte. Zusammen mit Ihrem Antrag reichen Sie bitte einen geeigneten Nachweis über deine gesundheitliche Beeinträchtigung ein. Ihren Antrag sollten Sie möglichst frühzeitig (vier bis sechs Wochen im Voraus) einreichen. Bitte bedenken Sie der Antragstellung, dass die Prüfung des Antrags und mögliche Nachfragen Zeit benötigen.

Nachteilsausgleiche, die Ihnen für Ihr Studium oder für Prüfungen aufgrund Ihrer Beeinträchtigung gewährt werden, dürfen nicht in Zeugnissen erwähnt werden. Es besteht kein Recht auf einen bestimmten Nachteilsausgleich. Beratungen zum Nachteilsausgleich können die Chancen auf einen erfolgreichen Nachteilsausgleich erhöhen. Hierzu können Sie die Beratungen in den Studienbüros nutzen.

Formular zur Beantragung von Nachteilsausgleichen

Um Ihnen das Formulieren des Antrags auf Nachteilsausgleich zu erleichtern, stellen wir Ihnen ein Formular zur Verfügung. Das ausgefüllte Formular reichen Sie bitte rechtzeitig bei Ihrem Prüfungsausschuss ein. 

Es ist auch weiterhin möglich, formlose Anträge zu stellen. Bitte orientieren Sie sich jedoch an den Inhalten des Antragformulars.

Antrag auf Nachteilsausgleich
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Geeignete Nachweise

Für Ihren Antrag auf Nachteilsausgleich benötigen Sie einen geeigneten Nachweis. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Fachärztliches Attest mit Ihrer Diagnose
  • Fachärztliches Attest ohne genaue Diagnose: Die Aufführung der Folgen für Ihr Studium beziehungsweise für die Prüfungen, die aus Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung entstehen, sind ausreichend für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs.
  • Stellungnahme der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen: Sie möchten nicht, dass Ihre genaue Diagnose im Prüfungsausschuss bekannt wird? Sie haben fachärztliche Unterlagen mit der Aufführung der genauen Diagnose und keine Möglichkeit, zeitnah ein abgeändertes fachärztliches Attest zu bekommen? Kommen Sie mit Ihren fachärztlichen Unterlagen zur persönlichen Beratung. Anhand Ihrer Unterlagen erstellen wir Ihnen eine Stellungnahme, in der die Folgen Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf Ihr Studium beziehungsweise die Prüfungen aufgeführt werden. Die Diagnose wird dabei nicht genannt. Diese Stellungnahme können Sie als alleinigen Nachweis Ihrem Antrag auf Nachteilsausgleich beifügen.

Nichtuniversitäre Prüfungen

Sie benötigen für Prüfungen, die nicht von der Universität Leipzig organisiert werden, einen Nachteilsausgleich? Diesen müssen Sie bei der staatlichen Prüfungsbehörde beantragen. Hierzu zählen Prüfungen auf Landesebene der folgenden Studiengänge:

Lehramt | Rechtswissenschaft | Medizin | Zahnmedizin | Veterinärmedizin | Pharmazie

Diese Anträge müssen rechtzeitig bei der zuständigen, nichtuniversitären Prüfungsbehörde gestellt werden. Ihre Bearbeitung dauert meist länger als an der Universität. Eventuell benötigen Sie auch noch Zeit, um in Widerspruch gehen zu können.

Studium mehrerer Fächer

Sie studieren mehrere Fächer gleichzeitig, zum Beispiel im Lehramtsstudium? Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Nachteilsausgleiche beim jeweiligen Prüfungsausschuss des Studienfachs beantragen müssen.

Nachteilsausgleiche sind keine Vergünstigungen

Nachteilsausgleiche stellen keine Vergünstigungen dar. Sie gleichen individuelle, aufgrund der Beeinträchtigung entstehende Nachteile aus. Ausschlaggebend sind die Auswirkungen der Behinderung oder chronischen Erkrankung auf den Verlauf des Studiums beziehungsweise der Prüfungen. Die Diagnose oder ein Grad der Behinderung sind für sich nicht entscheidend. Nachteilsausgleiche sind zu gewähren, wenn Erkrankungen oder Behinderungen vorliegen, die den Nachweis vorhandener Befähigungen erschweren.

Fragen und Antworten

Aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung haben Sie zu bestimmten Themen konkrete Fragen? Wie lange kann ich BAföG beziehen? Wie komme ich in die behindertengerechten Toiletten auf dem Campus? Wie sieht es mit Langzeitstudiengebühren für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung aus?

Das Gleichstellungsbüro setzt sich aktiv für Chancengerechtigkeit unter Frauen und Männern an der Universität Leipzig ein. Es werden persönliche Beratungen zu Themen wie Frauenförderung, Familienfreundlichkeit, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Homophobie angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Entwicklung familienfreundlicher Strukturen an der Universität Leipzig.

Im Seminargebäude, Raum S 013, stellt die Universität blinden und sehbeeinträchtigten Studentinnen und Studenten Arbeitsplätze mit verschiedener technischer Ausstattung zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist Frau Martina Koch. Bitte vereinbaren Sie mit ihr einen Termin zur Einweisung in die Technik per E-Mail.

Unsere Universität erfasst elektronisch keine Daten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden. Daher ist nicht bekannt, wie viele Studierende an unserer Universität gesundheitlich beeinträchtigt sind. Ob du über die Härtefallquote dein Studium aufgenommen hast oder ob du Nachteilsausgleiche im Studium oder in Prüfungen in Anspruch nimmst, wird im System nicht vermerkt. Weder auf deinem Abschlusszeugnis noch auf deinem transcript of records steht etwas von den in Anspruch genommenen Nachteilsausgleichen.

Beratungen sind streng vertraulich. Es besteht eine Schweigepflicht. Diese kann nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung durch eine Schweigepflichtentbindung gegenüber bestimmten Institutionen aufgehoben werden.

Für die Nutzung der behindertengerechten Toiletten an der Universität Leipzig benötigen Sie einen Euroschlüssel. Sollten Sie keinen Euroschlüssel besitzen, können Sie diesen für 20 Euro beim CBF Darmstadt bestellen. Auf der Seite des Vereins finden Sie eine Übersicht der berechtigten Personengruppen.

Im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig können Sie sich für eine gewisse Dauer, zum Beispiel zur Überbrückung der Wartezeit auf Ihren beantragten Schlüssel, einen Euroschlüssel ausleihen.

Du bist seit dem Sommersemester 2013 an der Universität Leipzig immatrikuliert? Du überschreitest die in deiner Prüfungsordnung festgelegte Regelstudienzeit um mindestens vier Semester? Dann musst du eine so genannte Langzeitstudiengebühr bezahlen. Diese muss für jedes Semester zusätzlich zu deinem Semesterbeitrag entrichtet werden und beträgt 500 Euro.

Die Universität Leipzig kann diese Gebühr auf schriftlichen Antrag im Einzelfall erlassen beziehungsweise eine Ratenzahlung oder Stundung vereinbaren. Dazu sind die entsprechenden Anträge fristgerecht zusammen mit den im Antragsformular aufgeführten Unterlagen beim Studentensekretariat einzureichen.

Die Universitätsbibliothek Leipzig bietet verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung. Ansprechpartnerin für individuelle Gesprächstermine ist Frau Lucia Hacker. Bitte wenden Sie sich mit konkreten Fragen per E-Mail an sie. Allgemeine Informationen zu den barrierefreien Angeboten finden Sie auf der Internetseite der Bibliothek.

Zur Bestellung von barrierefreier Literatur gibt es ein spezielles Formular. Darin du deine individuellen Bedürfnisse an die aufgearbeitete Literatur angeben.

Bei vielen Studiengängen gibt es feste Vorgaben in Bezug auf den Studienverlauf. Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen benötigen mehr Spielraum für eine individuelle Gestaltung ihres Studiums.

Ein Sonderstudienplan sollte mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen und schriftlich festgehalten werden. Wichtig ist zu prüfen, dass sich Lehrinhalte sinnvoll ergänzen und in der geplanten Reihenfolge auch wirklich belegt werden können. Sollte es aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung zu erneuten Verzögerungen im Studium kommen, sollte dies schnellstmöglich besprochen werden. Der Sonderstudienplan kann dann angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Sonderstudienplans im Vergleich zum regulären Teilzeitstudium ist die Möglichkeit der weiterhin bestehenden BAföG-Förderung.

Es ist möglich, bestimmte Studiengänge aufgrund von Behinderung und chronischen Erkrankungen in Teilzeit zu absolvieren. Die Voraussetzungen für ein Teilzeitstudium sind in der „Fakultätsübergreifenden Ordnung zur Regelung des Teilzeitstudiums an der Universität Leipzig“ geregelt. Diese Ordnung findest du auf der Internetseite der Universität unter den Amtlichen Bekanntmachungen. Bitte beachte außerdem die Regelungen der Studienordnung deines Studiengangs. Darin muss die Option des Teilzeitstudiums explizit aufgeführt sein. Die Regelstudienzeit wird dadurch verlängert. Ein Wechsel von der einen Form in die andere ist möglich, sollte aber mit dem Studentensekretariat abgesprochen werden. Ein Teilzeitstudium bietet sich zum Beispiel nach einer längeren Krankheitsphase an, um wieder in den Studienalltag zu finden. Der Vorteil gegenüber einem individuellen Sonderstudienplan ist die meist unkompliziertere Organisation des Studiums. Jedoch kann auf die individuelle Arbeitsfähigkeit der Person nicht so konkret eingegangen werden wie beim Sonderstudienplan.

Auf Antrag aus wichtigen Gründen kann ein Studium offiziell unterbrochen werden. In Ihrem Antrag muss ein Beurlaubungsgrund genannt und gegebenenfalls nachgewiesen werden. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Diese Semester gelten somit als Hochschulsemester, jedoch nicht als Fachsemester. Während des Urlaubssemesters soll es die Universität den Studierenden ermöglichen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen. Die Universität ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Sprich daher im Voraus mit deinem Prüfungsamt mögliche Leistungen ab.

ACHTUNG: Solltest du während des Urlaubssemesters ALG II beziehen, darfst du keine Leistungen erbringen und musst deine Studienaktivitäten komplett einstellen.

Bitte beachte auch, dass du während des Urlaubssemesters keinen Anspruch auf BAföG hast.

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