Für Studierende mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung stellt die Universität Leipzig umfangreiche Unterstützungsangebote und Informationen zu Nachteilsausgleichen, Studienorganisation oder Langzeitstudiengebühren zur Verfügung. Im Folgenden erhalten Sie alle notwendigen Informationen zum Studium mit Beeinträchtigung an unserer Universität.

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 3, Grundgesetz

Situation Studierender mit Beeinträchtigung

Die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes „beeinträchtigt studieren – best2” im Wintersemester 2016/2017 gibt Auskunft über die Situation der Studierenden mit studienerschwerender gesundheitlicher Beeinträchtigung in Deutschland und in Sachsen. Der Studie zufolge weisen 9,7 Prozent der sächsischen Studierenden (bundesweit 11 Prozent) eine studienerschwerende gesundheitliche Beeinträchtigung auf. Insgesamt haben 20.897 (sachsenweit 789) Studierende mit studienerschwerender gesundheitlicher Beeinträchtigung an der Online-Erhebung teilgenommen. Weitere Studienergebnisse finden Sie auf der Webseite des Deutschen Studentenwerks.

Arbeitsfeld der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Die Aufgabe der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ist es, die betreffenden Studierenden dabei zu unterstützen, ihr Recht auf ein chancengleiches Studium wahrzunehmen. Hierzu arbeitet das Büro der Senatsbeauftragten in den folgenden Bereichen:

  • Unterstützung bei der Umsetzung des Hochschulaktionsplans Inklusion an der Universität Leipzig
  • Unterstützung bei der Einrichtung barrierefreier Studiengänge
  • Interessenvertretung von Studierenden mit Beeinträchtigung
  • Durchführung und Organisation universitätsinterner Fortbildungen, etwa im Bereich Nachteilsausgleich
  • Öffentlichkeitsarbeit (z. B. bei spezifischen universitären Aktionstagen)
  • Durchführung von Vernetzungstreffen für Akteurinnen und Akteure zum Thema barrierefreies Studium
  • Spezialberatung von universitären Einrichtungen, etwa zu Härtefallanträgen/Nachteilsausgleichen bei Behinderungen und chronischen Erkrankungen
  • Hilfestellung von Studieninteressierten und Studierenden mit Beeinträchtigung bei komplexen Problemfällen im Studium und bei Prüfungen

Beratung

Die erste Anlaufstelle und Beratungsmöglichkeit für Studierende mit Beeinträchtigung ist das zuständige Studienbüro der jeweiligen Fakultät.

Dort werden Sie unter anderem zu folgenden Fragen beraten:

  • Nachteilsausgleich und Antragstellung
  • inklusive Studienorganisation

Weitere wichtige Anlaufstellen sind die Psychosoziale Beratung und die Sozialberatung (zum Beispiel bei Fragen zur Studienfinanzierung oder zum Wohnen) des Studentenwerks.

Rechtliche Grundlagen

Schon aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leitet sich der Anspruch eines chancengleichen Studiums für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ab.

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Artikel 3 GG)

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ (Artikel 20 GG)

Deutschland hat sich im Jahr 2009 zur Umsetzung der Inhalte der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. In Artikel 24 dieser Konvention wird der Anspruch auf inklusive Bildung und das Recht auf lebenslanges Lernen für alle Menschen, also auch für Menschen mit Beeinträchtigung, genannt. Dies gilt auch für die Hochschulbildung. Artikel 24 der Konvention finden Sie auch in leichter Sprache und auf Englisch.

Das Hochschulrahmengesetz bildet die Grundlage des Hochschulrechts in Deutschland. Laut Paragraph 2 Absatz 4 haben Hochschulen dafür Sorge zu tragen, dass Studierende mit Behinderungen nicht benachteiligt werden. In Paragraph 16 Satz 4 ist auch geregelt, dass die Prüfungsordnungen die Belange von Studierenden mit Behinderungen berücksichtigen müssen.

Das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz regelt die Rechte und Pflichten der Hochschulen auf Landesebene. Gemäß Paragraph 5 Absatz 2 Nummer 12 haben die Hochschulen dafür Sorge zu tragen, dass Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen nicht benachteiligt werden und ihr Studium möglichst ohne fremde Hilfe durchführen können. Auch in den Prüfungsordnungen müssen nach diesem Paragraphen die Belange von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen berücksichtigt werden.

Der Hintergrund des Bildes ist weiß. Auf dem Bild steht Nutze dein Recht und eine Faust kommt von unten in das Bild hineingestreckt. Statt dem „E“ in „Recht“ als Buchstabe wird es mit einem „E“ aus dem Deutschen Fingeralphabet ersetzt (Bild einer Hand statt dem Buchstaben selbst). Das "E" aus dem Deutschen Fingeralphabetsieht folgendermaßen aus: Die Handfläche der rechten Hand (für Rechtshänder_innen) zeigt nach vorne. Der Daumen ist zur Handfläche hin waagerecht abgeknickt. Die restlichen vier Finger sind nach vorne zur Handfläche geknickt und liegen auf dem Daumen auf.
Grafik: Jan Tschatschula

Allgemeine Informationen zu Nachteilsausgleichen

Aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden kann es während des Studiums zu Schwierigkeiten bei der Organisation des Studiums oder bei der Durchführung von Prüfungen kommen. In diesen Fällen können Studierende mit Beeinträchtigung einen Nachteilsausgleich beantragen. Auf diese Weise wird eine chancengleiche Teilhabe am Studium und an Prüfungen ermöglicht. Nachteilsausgleiche stellen keine Bevorzugung dar, sondern sollen zu Chancengleichheit führen. Sie leiten sich unter anderem aus dem Grundgesetz und der UN-Behindertenrechtskonvention ab.

Anspruch auf Nachteilsausgleich haben insbesondere Studierende mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen.

Als Nachteilsausgleich können je nach Einzelfall in Frage kommen: Veränderung von Studien- und Prüfungsleistungen, (Abgabe-)Fristen oder Anwesenheitspflichten, oder die individuelle Anpassung anderer Lehr- und Prüfungsbedingungen. Sie können vor dem Studium und während des Studiums beantragt werden.

Nachfolgend finden Sie alle notwendigen Informationen zur Beantragung von Nachteilsausgleichen und deren Voraussetzungen. Die Liste „Kontaktadressen für Studierende mit Beeinträchtigung“ unterstützt Sie bei der Suche nach geeigneten Ansprechpersonen und Anlaufstellen.

Vor dem Studium

Härtefallantrag

Zwei bis drei Prozent der Studienplätze sind Bewerberinnen und Bewerbern mit gesundheitlicher Beeinträchtigung vorbehalten. Voraussetzung ist, dass die Ablehnung des Antrags auf Zulassung zum Studium eine außergewöhnliche Härte darstellen würde. Einen Antrag können Sie zum Beispiel stellen, wenn Sie eine Erkrankung mit Tendenz zur Verschlimmerung haben oder wenn Sie aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung in Ihrer Berufswahl oder Berufsausübung eingeschränkt sind.

Im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung müssen Sie einen Härtefallantrag bei unserer Universität stellen. Einzureichen ist ein fachärztliches Gutachten, das für Laien nachvollziehbar den Härtefall begründet.

Bei der Vergabe der Härtefallplätze kann nicht garantiert werden, dass alle Antragstellenden einen Studienplatz bekommen. Übersteigt die Zahl der Antragstellenden die Zahl der zur Verfügung stehenden Härtefallplätze, entscheidet der Grad der außergewöhnlichen Härte über den Erhalt einer Zulassung.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichsregelungen an den Vorgaben der Stiftung für Hochschulzulassung.

Nachteilsausgleiche bei der Bewerbung

Wurden Sie durch besondere gesundheitliche Umstände (zum Beispiel längere Ausfallzeiten aufgrund von Krankenhausaufenthalten) beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung daran gehindert, eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote stellen.

Als Nachweis für Ihren Leistungsabfall benötigen Sie ein Gutachten Ihrer Schule, aus dem hervorgeht, in welchem Umfang sich Ihre schulischen Leistungen verschlechtert haben. Eine Einschätzung muss für jedes relevante Fach einzeln erfolgen. Aus dieser Einschätzung ergibt sich eine neue Durchschnittsnote, mit der Sie am Vergabeverfahren teilnehmen.

Die Beantragung des Nachteilsausgleichs zur Verbesserung der Durchschnittsnote muss bei der Online-Bewerbung angegeben werden. Die benötigten Nachweise werden im Anschluss der ausgedruckten Bewerbung beigefügt und der Universität Leipzig zugesendet.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichsregelungen an den Vorgaben der Stiftung für Hochschulzulassung.

Hat sich der Erwerb Ihrer Hochschulzugangsberechtigung verzögert, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Wartezeit stellen. Voraussetzung hierfür sind Gründe, die Sie nicht zu vertreten haben. Dafür benötigen Sie geeignete Nachweise, die die Verzögerung belegen. Haben Sie zum Beispiel aufgrund von Krankheit ein Schuljahr wiederholt, können Ihnen dafür zwei zusätzliche Wartesemester angerechnet werden.

Die Beantragung des Nachteilsausgleichs zur Verbesserung der Wartezeit muss bei der Online-Bewerbung angegeben werden. Die benötigten Nachweise werden im Anschluss der ausgedruckten Bewerbung beigefügt und der Universität Leipzig zugesendet.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichsregelungen an den Vorgaben der Stiftung für Hochschulzulassung.

Für Ihren angestrebten Studiengang ist eine Eignungsprüfung vorgesehen? Auch für diese Prüfungen haben Sie Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Voraussetzung ist, dass Sie durch die Folgen Ihrer Beeinträchtigung in der Durchführung der Eignungsprüfung gegenüber Ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern benachteiligt sind.

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor der Prüfung bei der jeweiligen Fakultät über Möglichkeiten des Ausgleichs.

Im Studium

Beantragung Nachteilsausgleich

Um einen Nachteilsausgleich in Prüfungen und/oder für die Organisation Ihres Studiums in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie bei Ihrem jeweiligen Prüfungsausschuss einen formlosen, schriftlichen Antrag stellen. Darin müssen Sie die Auswirkungen Ihrer Beeinträchtigung auf Prüfungen oder die Durchführung/Organisation Ihres Studiums beschreiben, ohne dabei unbedingt die Diagnose zu nennen. Außerdem müssen Sie einen Vorschlag unterbreiten, wie ein passender Nachteilsausgleich für Sie aussehen könnte. Zusammen mit Ihrem Antrag reichen Sie bitte einen geeigneten Nachweis über Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung ein. Ihren Antrag sollten Sie möglichst frühzeitig (vier bis sechs Wochen im Voraus) einreichen. Bitte bedenken Sie bei der Antragstellung, dass die Prüfung des Antrags (einschließlich eventueller Rückfragen) Zeit benötigt.

Nachteilsausgleiche, die Ihnen für Ihr Studium oder für Prüfungen aufgrund Ihrer Beeinträchtigung gewährt werden, dürfen nicht in Zeugnissen erwähnt werden. Es besteht kein Recht auf einen bestimmten Nachteilsausgleich. Beratungen zum Nachteilsausgleich können die Chancen auf einen erfolgreichen Nachteilsausgleich erhöhen. Hierzu können Sie die Beratungsangebote der Studienbüros nutzen.

Um Ihnen das Formulieren des Antrags auf Nachteilsausgleich zu erleichtern, stellen wir Ihnen ein Formular zur Verfügung. Das ausgefüllte Formular reichen Sie bitte rechtzeitig bei Ihrem Prüfungsausschuss ein. 

Es ist auch weiterhin möglich, formlose Anträge zu stellen. Bitte orientieren Sie sich jedoch an den Inhalten des Antragformulars.

Antragsformular
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Antragsformular (Englisch)
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Informationen zur Beantragung
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Für die Entscheidung der Nachteilsausgleichsmaßnahmen gilt grundsätzlich immer der jeweilige Einzelfall.

Beispiele für Nachteilsausgleiche können deswegen nur als eine Orientierung gelten und mögliche Ansatzpunkte für die Suche nach Maßnahmen des Nachteilsausgleichs bieten.

Zum Informationsblatt
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Zum Informationsblatt (Englisch)
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Studierende, welchen Legasthenie zugeschrieben wird, können sich an der Universität bestimmten Herausforderungen gegenübergestellt sehen. Auch in diesem Fall kann eine Berechtigung für einen Nachteilsausgleich vorliegen.

Zum Informationsblatt
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Zum Informationablatt (Englisch)
PDF ∙ 435 KB

Für Ihren Antrag auf Nachteilsausgleich benötigen Sie einen geeigneten Nachweis. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Fachärztliches Attest mit Ihrer Diagnose
  • Fachärztliches Attest ohne genaue Diagnose: Die Aufführung der Folgen für Ihr Studium beziehungsweise für die Prüfungen, die aus Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung entstehen, sind ausreichend für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs.
  • Stellungnahme der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen: Sie möchten nicht, dass Ihre genaue Diagnose dem Prüfungsausschuss bekannt wird? Sie haben fachärztliche Unterlagen mit der Aufführung der genauen Diagnose und keine Möglichkeit, zeitnah ein abgeändertes fachärztliches Attest zu erhalten? Kommen Sie mit Ihren fachärztlichen Unterlagen zur persönlichen Beratung. Anhand Ihrer Unterlagen erstellen wir Ihnen eine Stellungnahme, in der die Auswirkungen Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf Ihr Studium beziehungsweise die Prüfungen aufgeführt werden. Die Diagnose wird dabei nicht genannt. Diese Stellungnahme können Sie als alleinigen Nachweis Ihrem Antrag auf Nachteilsausgleich beifügen.

Sie benötigen für Prüfungen, die nicht von der Universität Leipzig organisiert werden, einen Nachteilsausgleich? Diesen müssen Sie bei der staatlichen Prüfungsbehörde beantragen. Hierzu zählen Prüfungen auf Landesebene der folgenden Studiengänge:

Lehramt | Rechtswissenschaft | Medizin | Zahnmedizin | Veterinärmedizin | Pharmazie

Diese Anträge müssen rechtzeitig bei der zuständigen, nichtuniversitären Prüfungsbehörde gestellt werden. Ihre Bearbeitung dauert meist länger als an der Universität. Eventuell benötigen Sie auch noch Zeit, um in Widerspruch gehen zu können.

Sie studieren mehrere Fächer gleichzeitig, zum Beispiel im Lehramtsstudium? Bitte beachten Sie, dass Sie gegebenenfalls Nachteilsausgleiche bei unterschiedlichen Prüfungsausschüssen für die einzelnen Fächer beantragen müssen.

Nachteilsausgleiche stellen keine Vergünstigungen dar. Sie gleichen individuelle, aufgrund der Beeinträchtigung entstehende Nachteile aus. Ausschlaggebend sind die Auswirkungen der Behinderung oder chronischen Erkrankung auf den Verlauf des Studiums beziehungsweise der Prüfungen. Die Diagnose oder der Grad der Behinderung sind für sich nicht entscheidend. Nachteilsausgleiche sind zu gewähren, wenn Erkrankungen oder Behinderungen vorliegen, die den Nachweis vorhandener Befähigungen erschweren.

Nach dem Studium

Career Service 

Der Career Service ist zentrale Anlaufstelle, wenn es um die Themen Berufseinstieg und Berufsorientierung an unserer Universität geht. Das Angebot des Career Service beinhaltet verschiedene Veranstaltungen (Workshops, Exkursionen, Vorträge), individuelle Beratungsmöglichkeiten sowie Zugang zu einem Jobportal.

Fragen und Antworten

Aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung haben Sie zu bestimmten Themen konkrete Fragen? Wie lange kann ich BAföG beziehen? Wie komme ich in die behindertengerechten Toiletten auf dem Campus? Wie sieht es mit Langzeitstudiengebühren für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung aus?

Das Gleichstellungsbüro setzt sich aktiv für Chancengerechtigkeit unter Frauen und Männern an der Universität Leipzig ein. Es bietet persönliche Beratungen zu Themen wie Frauenförderung, Familienfreundlichkeit, Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Homophobie an. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Entwicklung familienfreundlicher Strukturen an der Universität Leipzig.

Barrierefreie Prüfungs-Arbeitsplätze und Hilfsmittel für die Umsetzung von Nachteilsausgleichen

Mitarbeitende der Universität Leipzig können für die Umsetzung von Nachteilsausgleichen im Gleichstellungsbüro der Universität zwei barrierefreie Arbeitsplätze mit umfangreicher Ausstattung für Prüfungen reservieren sowie verschiedene Hilfsmittel ausleihen.

Auf der Internetseite des Gleichstellungsbüros der Universität Leipzig existiert eine Übersicht über die Ausstattung der Arbeitsplätze und über die ausleihbaren Hilfsmittel. Mit Hilfe eines Formulars kann die Ausleihe oder Reservierung von Prüfungs-Arbeitsplätzen vorgenommen werden.

Im Seminargebäude, Raum S 013, stellt die Universität blinden und sehbeeinträchtigten Studentinnen und Studenten Arbeitsplätze mit besonderer technischer Ausstattung zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist Frau Martina Koch. Bitte vereinbaren Sie mit ihr per E-Mail einen Termin zur Einweisung in die Technik.

Unsere Universität erfasst elektronisch keine Daten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden. Daher ist nicht bekannt, wie viele Studierende an unserer Universität gesundheitlich beeinträchtigt sind. Ob Sie über die Härtefallquote Ihr Studium aufgenommen haben oder ob Sie Nachteilsausgleiche im Studium oder in Prüfungen in Anspruch nehmen, wird im System nicht vermerkt. Weder auf Ihrem Abschlusszeugnis noch auf Ihrem Transcript of records finden die in Anspruch genommenen Nachteilsausgleiche Erwähnung.

Beratungen sind streng vertraulich. Es besteht Schweigepflicht. Diese kann nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung durch eine Schweigepflichtentbindung gegenüber bestimmten Institutionen aufgehoben werden.

Für die Nutzung der behindertengerechten Toiletten an der Universität Leipzig benötigen Sie einen Euroschlüssel. Sollten Sie keinen Euroschlüssel besitzen, können Sie diesen für 20 Euro beim CBF Darmstadt bestellen. Auf der Seite des Vereins finden Sie eine Übersicht der berechtigten Personengruppen.

Im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig können Sie sich für eine gewisse Dauer, zum Beispiel zur Überbrückung der Wartezeit auf Ihren beantragten Schlüssel, einen Euroschlüssel ausleihen.

Die Universitätsbibliothek Leipzig bietet verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung. Ansprechpartnerin für individuelle Gesprächstermine ist Lucia Hacker. Bitte wenden Sie sich mit konkreten Fragen per E-Mail an sie. Allgemeine Informationen zu den barrierefreien Angeboten finden Sie auf der Internetseite der Bibliothek.

Zur Bestellung von barrierefreier Literatur gibt es ein spezielles Formular. In diesem Formular können Sie individuelle Bedürfnisse an die aufgearbeitete Literatur angeben.

Bei vielen Studiengängen gibt es feste Vorgaben in Bezug auf den Studienverlauf. Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen benötigen mehr Spielraum für eine individuelle Gestaltung ihres Studiums.

Ein Sonderstudienplan sollte mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen und schriftlich festgehalten werden. Wichtig ist, zu prüfen, dass sich Lehrinhalte sinnvoll ergänzen und in der geplanten Reihenfolge auch wirklich belegt werden können. Sollte es aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung zu erneuten Verzögerungen im Studium kommen, sollte dies schnellstmöglich besprochen werden. Der Sonderstudienplan kann dann angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Sonderstudienplans im Vergleich zum regulären Teilzeitstudium ist die Möglichkeit der weiterhin bestehenden BAföG-Förderung.

Es ist möglich, bestimmte Studiengänge aufgrund von Behinderung und chronischen Erkrankungen in Teilzeit zu absolvieren. Die Voraussetzungen für ein Teilzeitstudium sind in der „Fakultätsübergreifenden Ordnung zur Regelung des Teilzeitstudiums an der Universität Leipzig“ geregelt. Bitte beachten Sie außerdem die Regelungen der Studienordnung Ihres Studiengangs. Darin muss die Option des Teilzeitstudiums explizit aufgeführt sein. Die Regelstudienzeit wird dadurch verlängert. Ein Wechsel von einer Form in die andere ist möglich, sollte aber mit dem Studentensekretariat abgesprochen werden. Ein Teilzeitstudium bietet sich zum Beispiel nach einer längeren Krankheitsphase an, um wieder in den Studienalltag zu finden. Der Vorteil gegenüber einem individuellen Sonderstudienplan ist die meist unkompliziertere Organisation des Studiums. Allerdings kann auf die individuelle Arbeitsfähigkeit der Person nicht so konkret eingegangen werden wie im Rahmen des Sonderstudienplans.

Aus wichtigen Gründen kann ein Studium auf Antrag offiziell unterbrochen werden. In Ihrem Antrag muss ein Beurlaubungsgrund genannt und gegebenenfalls nachgewiesen werden. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Diese Semester gelten somit als Hochschulsemester, nicht als Fachsemester. Während des Urlaubssemesters soll die Universität den Studierenden ermöglichen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen. Die Universität ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Sprechen Sie daher im Voraus mit Ihrem Prüfungsamt mögliche Leistungen ab.

ACHTUNG: Sollten Sie während des Urlaubssemesters ALG II beziehen, dürfen Sie keine Leistungen erbringen und müssen Ihre Studienaktivitäten komplett einstellen.

Bitte beachten Sie auch, dass Sie während des Urlaubssemesters keinen Anspruch auf BAföG haben.

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