Sie sind gesundheitlich beeinträchtigt? Sie interessieren sich für ein Studium an der Universität Leipzig oder studieren bereits und haben Fragen zu Härtefallregelungen, Nachteilsausgleichen, Studienorganisation oder Langzeitstudiengebühren? Auf dieser Seite finden Sie erste Informationen und Kontakte, um ein individuelles Beratungsgespräch zu vereinbaren.

Aktionstag Inklusion an der Universität Leipzig
Aktionstag Inklusion an der Universität Leipzig (Foto: Swen Reichhold)

Härtefallantrag

Zwei bis drei Prozent der Studienplätze sind für Bewerberinnen und Bewerber mit gesundheitlicher Beeinträchtigung reserviert. Voraussetzung ist, dass die Ablehnung des Antrags auf Zulassung zum Studium eine außergewöhnliche Härte darstellen würde. Einen Antrag können Sie zum Beispiel stellen, wenn Sie eine Erkrankung mit Tendenz zur Verschlimmerung haben oder in Ihrer Berufswahl oder Berufsausübung aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung eingeschränkt sind.

Im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung müssen Sie einen Härtefallantrag bei unserer Universität stellen. Einzureichen ist ein fachärztliches Gutachten, das für Laien nachvollziehbar den Härtefall begründet.

Bei der Vergabe der Härtefallplätze kann nicht garantiert werden, dass alle Antragstellenden einen Studienplatz bekommen. Übersteigt die Zahl der Antragstellenden die Zahl der zur Verfügung stehenden Härtefallplätze, entscheidet der Grad der außergewöhnlichen Härte über den Erhalt einer Zulassung.

Unsere Universität orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichregelungen an den Vorgaben von hochschulstart.de.

Nachteilsausgleiche zur Bewerbung – Verbesserung der Durchschnittsnote

Wurden Sie durch besondere gesundheitliche Umstände (zum Beispiel längere Ausfallzeiten aufgrund von Krankenhausaufenthalten) beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung daran gehindert, eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote stellen.

Als Nachweis für Ihren Leistungsabfall benötigen Sie ein Gutachten Ihrer Schule, aus dem hervorgeht, in welchem Umfang sich Ihre schulischen Leistungen verschlechtert haben. Eine Einschätzung muss für jedes relevante Fach einzeln erfolgen. Aus dieser Einschätzung ergibt sich eine neue Durchschnittsnote, mit der Sie am Vergabeverfahren teilnehmen.

Nachteilsausgleiche zur Bewerbung – Verbesserung der Wartezeit

Hat sich der Erwerb Ihrer Hochschulzugangsberechtigung verzögert, können Sie einen Antrag auf Verbesserung der Wartezeit stellen. Voraussetzung dafür sind Gründe, die Sie nicht zu vertreten haben. Dafür benötigen Sie geeignete Nachweise, die die Verzögerung belegen. Haben Sie zum Beispiel aufgrund von Krankheit ein Schuljahr wiederholt, können Ihnen dafür zwei zusätzliche Wartesemester angerechnet werden.

Die Universität Leipzig orientiert sich bei der Vergabe von Studienplätzen über Härtefall- oder Nachteilsausgleichregelungen an den Vorgaben von hochschulstart.de

Eignungsprüfung

Für Ihren angestrebten Studiengang ist eine Eignungsprüfung vorgesehen? Auch für diese Prüfungen haben Sie Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Voraussetzung ist, dass Sie durch die Folgen Ihrer Beeinträchtigung in der Ausübung der Eignungsprüfung gegenüber Ihren Mitbewerberinnen und Mitbewerbern benachteiligt sind.

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor der Prüfung bei der jeweiligen Fakultät über Möglichkeiten des Ausgleichs.

Nachteile ausgleichen

Studierende mit längerfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigung haben Anspruch auf Nachteilsausgleiche. Nachteilsausgleiche kompensieren individuelle und situationsbezogene, beeinträchtigungsbedingte Ungleichheiten. Ausgeglichen werden die Folgen der Beeinträchtigung, nicht die Beeinträchtigung an sich. Somit ist eine chancengleiche Teilhabe am Studium und an Prüfungen sichergestellt. Nachteilsausgleiche gibt es zum Beispiel in Form von angepassten Prüfungsarten, einer Zeitverlängerung in Prüfungssituationen oder einer Nutzung von technischen Hilfsmitteln.

Eine Hand fährt über taktile Beschriftungen auf dem Campus der Universität Leipzig
Taktile Wand am Campus Augusutsplatz, Foto: Swen Reichhold

Nachteilsausgleiche sind keine Vergünstigungen

Nachteilsausgleiche stellen keine Vergünstigungen dar. Sie gleichen individuelle, aufgrund der Beeinträchtigung entstehende Nachteile aus. Ausschlaggebend sind die Auswirkungen der Behinderung oder chronischen Erkrankung auf den Verlauf des Studiums beziehungsweise der Prüfungen. Die Diagnose oder ein Grad der Behinderung sind für sich nicht entscheidend. Nachteilsausgleiche sind zu gewähren, wenn Erkrankungen oder Behinderungen vorliegen, die den Nachweis vorhandener Befähigungen erschweren.

Beantragung eines Nachteilsausgleichs

Um einen Nachteilsausgleich im Studium oder in Prüfungen in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie bei Ihrem jeweiligen Prüfungsausschuss einen formlosen, schriftlichen Antrag stellen. Darin müssen Sie die Folgen Ihrer Beeinträchtigung beschreiben, ohne dabei unbedingt die Diagnose zu nennen. Außerdem müssen Sie einen Vorschlag unterbreiten, wie ein passender Nachteilsausgleich für Sie aussehen könnte. Zusammen mit Ihrem Antrag reichen Sie bitte eine fachärztliche Bescheinigung über Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung ein. Ihren Antrag sollten Sie möglichst frühzeitig (vier bis sechs Wochen im Voraus) einreichen. Bitte bedenken Sie bei der Antragstellung, dass die die Prüfung des Antrags und mögliche Nachfragen Zeit benötigen.

Nachteilsausgleiche, die Ihnen für Ihr Studium oder für Prüfungen aufgrund Ihrer Beeinträchtigung gewährt werden, dürfen nicht in Zeugnissen erwähnt werden. 

Geeignete Nachweise

Für Ihren Antrag auf Nachteilsausgleich benötigen Sie einen geeigneten Nachweis. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Fachärztliches Attest mit Ihrer Diagnose
  • Fachärztliches Attest ohne genaue Diagnose: Die Aufführung der Folgen für Ihr Studium beziehungsweise für die Prüfungen, die aus Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung entstehen, sind ausreichend für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs.
  • Stellungnahme der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen: Sie möchten nicht, dass Ihre genaue Diagnose im Prüfungsausschuss bekannt wird? Sie haben fachärztliche Unterlagen mit der Aufführung der genauen Diagnose und keine Möglichkeit, zeitnah ein abgeändertes fachärztliches Attest zu bekommen? Kommen Sie mit Ihren fachärztlichen Unterlagen zur persönlichen Beratung. Anhand Ihrer Unterlagen erstellen wir Ihnen eine Stellungnahme, in der die Folgen Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung auf Ihr Studium beziehungsweise die Prüfungen aufgeführt werden. Die Diagnose wird dabei nicht genannt. Diese Stellungnahme können Sie als alleinigen Nachweis Ihrem Antrag auf Nachteilsausgleich beifügen.

Formular zur Beantragung von Nachteilsausgleichen

Um Ihnen das Formulieren des Antrags auf Nachteilsausgleich zu erleichtern, stellen wir Ihnen ein Formular zur Verfügung. Das ausgefüllte Formular reichen Sie bitte rechtzeitig bei Ihrem Prüfungsausschuss ein. 

Es ist auch weiterhin möglich, formlose Anträge zu stellen. Bitte orientieren Sie sich jedoch an den Inhalten des Antragformulars.

Antrag auf Nachteilsausgleich
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Nichtuniversitäre Prüfungen

Sie benötigen für Prüfungen, die nicht von der Universität Leipzig organisiert werden, einen Nachteilsausgleich? Diesen müssen Sie bei der staatlichen Prüfungsbehörde beantragen. Hierzu zählen Prüfungen auf Landesebene der folgenden Studiengänge:

Lehramt | Rechtswissenschaft | Medizin | Zahnmedizin | Veterinärmedizin | Pharmazie

Diese Anträge müssen rechtzeitig gestellt werden, ihre Bearbeitung dauert meist länger als an der Universität. Eventuell benötigen Sie auch noch Zeit, um in Widerspruch gehen zu können.

Studium mehrerer Fächer

Sie studieren mehrere Fächer gleichzeitig, zum Beispiel im Lehramtsstudium? Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Nachteilsausgleiche beim jeweiligen Prüfungsausschuss des Studienfachs beantragen müssen.

Rechtliche Grundlagen

Ein Studium mit Behinderung oder chronischer Erkrankung kann Sie vor einige Herausforderungen stellen. Es können Benachteiligungen infolge Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung auftreten. Um diese Benachteiligungen auszugleichen, haben Sie als Studentin oder Student mit gesundheitlicher Beeinträchtigung Anspruch auf individuelle Nachteilsausgleiche.

Nutzen Sie Ihr Recht auf ein chancengleiches Studium. Viele Studien- und Prüfungsordnungen strukturieren den Studienverlauf eng vor. Aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kann es vorkommen, dass Sie zeitliche und formale Vorgaben nicht einhalten können.

Nachteilsausgleiche können Ihnen in solchen Situationen weiterhelfen. Sie sind keine Bevormundung, sondern sollen zu Chancengleichheit führen.

Übersicht relevanter Gesetze zum Thema Nachteilsausgleiche

  • Grundgesetz (GG)
    Schon aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leitet sich der Anspruch eines chancengleichen Studiums für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ab. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Artikel 3 GG) „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ (Artikel 20 GG)
  • UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
    Deutschland hat sich durch die Ratifizierung der UN-BRK im Jahr 2009 der Umsetzung der Inhalte dieser Konvention verpflichtet. In Artikel 24 wird der Anspruch auf inklusive Bildung und das Recht auf lebenslanges Lernen, und das gilt auch für die Hochschulbildung, benannt. „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. [...] mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen ihre Persönlichkeit, ihre Begabungen und ihre Kreativität sowie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung bringen zu lassen.“ (Artikel 24 Abs. 1b UN-BRK)
  • Hochschulrahmengesetz (HRG)
    Das Hochschulrahmengesetz bildet die Grundlage des Hochschulrechts in Deutschland. „Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit [...]. Sie tragen dafür Sorge, dass behinderte Studierende in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können.“ (§2 Abs. 4 HRG) „Prüfungsordnungen müssen die besonderen Belange behinderter Studierender zur Wahrung ihrer Chancengleichheit berücksichtigen.“ (§16 Satz 4 HRG)
  • Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz (SächsHSFG)
    Das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz regelt die Rechte und Pflichten der Hochschulen auf Landesebene. „Die Hochschulen haben insbesondere folgende Aufgaben: Sie tragen dafür Sorge, dass Studenten mit Behinderung oder chronischer Krankheit in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können." (§5 Abs. 2 Nr. 12 SächsHSFG) „Prüfungsordnungen müssen [...] der Chancengleichheit für behinderte und chronisch kranke Studenten dienende Regelungen treffen.“ (§34 Abs. 3 SächsHSFG)

Fragen und Antworten

Aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung haben Sie zu bestimmten Themen konkrete Fragen? Wie lange kann ich BAföG beziehen? Wie komme ich in die behindertengerechten Toiletten auf dem Campus? Wie sieht es mit Langzeitstudiengebühren für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung aus?
Auf diese und viele andere Fragen finden Sie auf der folgenden Seite Antwort.

Studenten und Studentinnen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung haben Anspruch auf BAföG. Voraussetzung ist, dass ihnen nicht genügend Eigenmittel zur Finanzierung des Studiums zur Verfügung stehen. Sollte sich Ihr Studium aufgrund Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung über die allgemeine Regelstudienzeit hinaus verzögern, besteht die Möglichkeit, die Förderungsdauer auf Antrag zu verlängern. Diesen Antrag sollten Sie rechtzeitig stellen. Der Nachweis der Behinderung beziehungsweise chronischen Erkrankung an sich erfüllt noch nicht die Voraussetzungen zur Verlängerung der Förderungsdauer. Mit dem Antrag müssen Sie nachweisen und argumentieren, dass die Behinderung beziehungsweise chronische Erkrankung ursächlich für die Verzögerung Ihres Studiums ist. Eine ärztliche Bescheinigung ist dem Antrag beizulegen. 

ACHTUNG: Während eines regulären Teilzeitstudiums und während eines Urlaubssemesters besteht kein Anspruch auf BAföG.

Sollten Sie Fragen zur Ausbildungsförderung haben, können Sie sich direkt an das Amt für Ausbildungsförderung wenden. Zusätzlich stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BAföG Services des Studentenwerks gern für Fragen zur Verfügung.

Unsere Universität erfasst elektronisch keine Daten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden. Daher ist nicht bekannt, wie viele Studentinnen und Studenten an unserer Universität gesundheitlich beeinträchtigt sind. Ob Sie über die Härtefallquote Ihr Studium aufgenommen haben oder ob Sie Nachteilsausgleiche im Studium oder in Prüfungen in Anspruch nehmen, wird im System nicht vermerkt. Weder auf Ihrem Abschlusszeugnis noch auf Ihrem transcript of records steht etwas von den in Anspruch genommenen Nachteilsausgleichen.

Beratungen bei uns sind streng vertraulich. Es besteht eine Schweigepflicht. Diese kann nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung durch eine Schweigepflichtentbindung gegenüber bestimmten Institutionen aufgehoben werden.

Für die Nutzung der behindertengerechten Toiletten an der Universität Leipzig benötigen Sie einen Euroschlüssel. Sollten Sie keinen Euroschlüssel besitzen, können Sie diesen für 20 Euro beim CBF Darmstadt bestellen. Auf der Seite des Vereins finden Sie eine Übersicht der berechtigten Personengruppen.

Im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig können Sie sich für eine gewisse Dauer, zum Beispiel zur Überbrückung der Wartezeit auf Ihren beantragten Schlüssel, einen Euroschlüssel ausleihen.

Sie sind seit dem Sommersemester 2013 an der Universität Leipzig immatrikuliert? Sie überschreiten die in Ihrer Prüfungsordnung festgelegte Regelstudienzeit um mindestens vier Semester? Dann müssen Sie eine so genannte Langzeitstudiengebühr zahlen. Diese muss für jedes Semester zusätzlich zu Ihrem Semesterbeitrag entrichtet werden und beträgt 500 Euro.

Die Universität Leipzig kann diese Gebühr auf schriftlichen Antrag im Einzelfall erlassen beziehungsweise eine Ratenzahlung oder Stundung vereinbaren. Dazu sind die entsprechenden Anträge fristgerecht zusammen mit den im Antragsformular aufgeführten Unterlagen beim Studentensekretariat einzureichen.

Im Seminargebäude, Raum S 013, stellt die Universität blinden und sehbeeinträchtigten Studentinnen und Studenten Arbeitsplätze mit verschiedener technischer Ausstattung zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist Frau Martina Koch. Bitte vereinbaren Sie mit ihr einen Termin zur Einweisung in die Technik per E-Mail.

Die Universitätsbibliothek Leipzig bietet verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung. Ansprechpartnerin ist Frau Lucia Hacker. Bitte wenden Sie sich mit konkreten Fragen per E-Mail an sie. Allgemeine Informationen zu den barrierefreien Angeboten finden Sie auf der Internetseite der Bibliothek.

Zur Bestellung von barrierefreier Literatur gibt es ein spezielles Formular. Darin können Sie Ihre individuellen Bedürfnisse an die aufgearbeitete Literatur angeben.

Bei vielen Studiengängen gibt es feste Vorgaben in Bezug auf den Studienverlauf. Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen benötigen mehr Spielraum für eine individuelle Gestaltung ihres Studiums.

Ein Sonderstudienplan sollte mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen und schriftlich festgehalten werden. Wichtig ist zu prüfen, dass sich Lehrinhalte sinnvoll ergänzen und in der geplanten Reihenfolge auch wirklich belegt werden können. Sollte es aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung zu erneuten Verzögerungen im Studium kommen, sollte dies schnellstmöglich besprochen werden. Der Sonderstudienplan kann dann angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Sonderstudienplans im Vergleich zum regulären Teilzeitstudium ist die Möglichkeit der weiterhin bestehenden BAföG-Förderung.

Es ist möglich, bestimmte Studiengänge aufgrund von Behinderung und chronischen Erkrankungen in Teilzeit zu absolvieren. Die Voraussetzungen für ein Teilzeitstudium sind in der „Fakultätsübergreifenden Ordnung zur Regelung des Teilzeitstudiums an der Universität Leipzig“ geregelt. Diese Ordnung finden Sie auf der Internetseite der Universität unter den Amtlichen Bekanntmachungen. Bitte beachten außerdem die Regelungen der Studienordnung Ihres Studiengangs. Darin muss die Option des Teilzeitstudiums explizit aufgeführt sein. Die Regelstudienzeit wird dadurch verlängert. Ein Wechsel von der einen Form in die andere ist möglich, sollte aber mit dem Studentensekretariat abgesprochen werden. Ein Teilzeitstudium bietet sich zum Beispiel nach einer längeren Krankheitsphase an, um wieder in den Studienalltag zu finden. Der Vorteil gegenüber einem individuellen Sonderstudienplan ist die meist unkompliziertere Organisation des Studiums. Jedoch kann auf die individuelle Arbeitsfähigkeit des Einzelnen nicht so konkret eingegangen werden wie beim Sonderstudienplan.

Prüfen Sie vor der Aufnahme eines Teilzeitstudiums Ihre finanzielle Lage. In regulären Teilzeitstudiengängen besteht kein Anspruch auf BAföG. Ob ein Anspruch auf ALG II besteht, muss individuell geprüft werden.

Auf Antrag aus wichtigen Gründen kann ein Studium offiziell unterbrochen werden. In Ihrem Antrag muss ein Beurlaubungsgrund genannt und gegebenenfalls nachgewiesen werden. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Diese Semester gelten somit als Hochschulsemester, jedoch nicht als Fachsemester. Während des Urlaubssemesters soll es die Universität den Studierenden ermöglichen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen. Die Universität ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Sprechen Sie daher im Voraus mit Ihrem Prüfungsamt mögliche Leistungen ab.

ACHTUNG: Sollten Sie während des Urlaubssemesters ALG II beziehen, dürfen Sie keine Leistungen erbringen und müssen Ihre Studienaktivitäten komplett einstellen.

Bitte beachten Sie auch, dass Sie während des Urlaubssemesters keinen Anspruch auf BAföG haben.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig ist Ansprechpartner für alle Mitglieder der Universität zu den Themen Chancengerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, Familienfreundlichkeit an der Universität, Gender und Diversität.

Das Gleichstellungsbüro ist darüber hinaus zuständig für die strukturelle Umsetzung des Inklusionsgedankens an der Universität Leipzig. In Zusammenarbeit mit dem Beirat für Inklusion hat das Gleichstellungsbüro den Aktionsplan Inklusion erarbeitet.

Im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig stehen verschiedene Materialien zur Gestaltung von barrierefreien Veranstaltungen zur Verfügung. Diese können ausgeliehen werden. Unter anderem gibt es ein höhenverstellbares Flipchart und eine Soundanlage, die auch für Hörgeräteträgerinnen und Hörgeräteträger geeignet sind.

Eine vollständige Auflistung aller Materialien sowie Informationen zur Ausleihe finden Sie auf der Seite des Gleichstellungsbüros.

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