Hier stellen wir die aktuelle Kohorte des Pre-Doc Awards mit den Promotionsvorhaben vor. Außerdem gibt es Informationen für die Awardees – Predocs wie Postdocs.

Eindrücke vom Kickoff Event am 10.11.2022

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Gruppenfoto der Preisträger:innen
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Prof. Gläser heißt die Teilnehmenden in seiner Rede willkommen.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Rachel Pafe bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Leon Moderer und Dr. Bianca Ancillotti bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Helen Laura Reichelt bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Isabel Gebhardt bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Julia Rohrer bei ihrem Vortrag mit Baby
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Nicole Koburger und einige Preisträger:innen im Publikum
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Pauline Jennert bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dipanwita Dutta bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Preisträger:innen applaudieren im Publikum.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Preisträger:innen unterhalten sich beim Netzwerken in der Kaffeepause.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Preisträger:innen unterhalten sich beim Netzwerken in der Kaffeepause.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Preisträger:innen unterhalten sich beim Netzwerken in der Kaffeepause.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Valentin Wjst und Dr. Christiane Schnabel bei ihrem Vortrag
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Rückansicht von zwei Menschen, die ihre Köpfe zueinander neigen und sich unterhalten
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Zwei Menschen stehen vor dem Publikum und beantworten Fragen. Daneben steht beobachtend Programmkoordinatorin Dr. Nicole Koburger.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Christiane Klein steht vor dem Publikum und stellt Angebote zur Forschungsförderung vor.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Kornelia Ehrlich steht vorm Publikum und stellt die Research Academy Leipzig vor.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Irina Frost steht vor dem Publikum und stellt das Forschungsinformationssystem leuris vor.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Nahaufnahme von Janina Weyrowitz im Publikum

Kohorte 2022/2023

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Zwei Farbfotos: Markus Riepenhausen und Dr. Fiona Kalkstein
Markus Riepenhausen und Dr. Fiona Kalkstein, Foto: Swen Reichhold und privat

Verschwörungsdenken in der Krise spätmoderner Kontingenzkultur

Einrichtung: Else-Frenkel-Brunswik Institut für Demokratieforschung (EFBI)

Abstract:

Kontingenz bezeichnet die gesellschaftliche Bewusstseinsform darüber, dass die Welt auch anders möglich ist. Sowohl soziale Handlungssituationen als auch die moderne Gesellschaft im Ganzen zeichnen sich unter den Bedingungen der Kontingenz also durch ihre prinzipielle Veränderlichkeit aus. Während Kontingenz damit einerseits als Möglichkeit und Freiheit, andererseits als Ungewissheit und Angst erlebt werden kann, soll im Rahmen des interdisziplinären Promotionsprojektes ebendiese Wahrnehmungsebene der Kontingenzerfahrung subjekttheoretisch erfasst und qualitativ-empirisch erforscht werden. Ziel ist es dann, kulturgeschichtlich variierende und mithin sozialstrukturell konfligierende Strategien der Kontingenzbewältigung innerhalb spätmoderner Gesellschaften zu rekonstruieren. Verschwörungsdenken soll in diesem Versuch einer Konturierung gegenwärtiger Kontingenzkulturen daraufhin als ein sozialpsychologischer Mechanismus identifiziert werden, der an Popularität gewinnt, sobald individuelle und gesellschaftliche Strategien der Kontingenzbewältigung in eine Krise geraten.

Fiona Kalkstein

Wiss. Mitarbeiterin

Leipzig Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe)
Wünschmanns Hof
Dittrichring 18-20, Raum 2.18
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37849

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Natalie-Danielle Feige & Dr. Mareike Selcho
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Natalie-Danielle Feige & Dr. Mareike Selcho, Foto: Swen Reichhold

Periphere Modulation sensorischer Netzwerke

Einrichtung: Institut für Biologie

Abstract:

Die Modulation von Verhalten durch externe Stimuli, Erfahrungen und den internen Status ermöglicht es Tieren sich an ihre Umwelt anzupassen und zu überleben. Welche modulatorischen Mechanismen ermöglichen Verhaltensplastizität? In Insekten scheint Oktopamin neuronale Netzwerke an- und auszuschalten und somit tierisches Verhalten, wie olfaktorisches Lernen und lokomotorische Aktivität, in Abhängigkeit von externen und internen Stimuli zu regulieren und aufeinander abzustimmen.

Kürzlich haben wir zeigen können, dass oktopaminerge Neurone nahezu alle sensorischen Organe der Taufliege kontaktieren. Dies gibt uns zum ersten Mal einen Hinweis auf eine mögliche oktopaminerge Modulation von sensorischen Netzwerken direkt in der Peripherie. Deshalb werden wir nun diese periphere Modulation der Sensorik funktionell untersuchen, um zu einem besseren Verständnis der Verhaltensplastizität beizutragen.      

Dr. Mareike Pauls-Selcho

Wiss. Mitarbeiterin

Tier- und Verhaltensphysiologie
Institutsgebäude
Talstraße 33, Raum 258
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-36773
Telefax: +49 341 97-36848

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Samantha Aurich & Dr. Maria Keller
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Samantha Aurich & Dr. Maria Keller, Foto: Swen Reichhold

Identifizierung charakteristischer Hungersignaturen unter Verwendung einer Multi-Omic-Strategie bei Drosophila

Einrichtung: Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) - Helmholtz Zentrum München an der Universität Leipzig und dem Universitätsklinikum Leipzig AöR / Medizinisches Department III – Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie an der Universität Leipzig

Abstract:

Eine ausgewogene Energiehomöostase ist der Schlüssel zur Adipositas-Prävention beim Menschen. Drosophila stellt einen geeigneten Modellorganismus dar, um Veränderungen im menschlichen Stoffwechsel aufklären zu können. In den letzten Jahren haben Humanstudien Hinweise darauf geliefert, dass sowohl genetische Prädispositionen als auch epigenetische Veränderungen wie DNA-Methylierung und lebensstilbedingte Faktoren zur Entwicklung individueller Adipositas-Phänotypen beitragen. Wie bei anderen Wirbellosen wird auch bei Drosophila energiereiche schmackhafte Nahrung gegenüber schädlicher Nahrung bevorzugt. Unter bestimmten Umständen, wie z. B. Nahrungsentzug, überdenkt Drosophila jedoch ihre Abneigung, um zu überleben. Wir gehen davon aus, dass jeder neuronale Schalter auf Veränderungen auf mehreren Ebenen (Epigenom, Transkriptom, Proteom und Metabolom) beruht, daher zielt diese Studie darauf ab, spezifische Hungersignaturen für eine lebenswichtige Ernährungsstrategie zu identifizieren.

Minor Postwar Voices: Jüdische Philosophinnen und die Neugestaltung des jüdischen Denkens

Einrichtung: Theologische Fakultät

Abstract:

Das jüdische Denken nach 1945 wird mit dem Zusammenbruch der abendländischen Philosophie sowie des westeuropäischen jüdischen Denkens oft als ein Ort philosophischer und theologischer Experimente behandelt. Die kanonischen Darstellungen hierzu definieren diese Versuche jedoch durchweg in einem begrenzten Rahmen, nämlich vorrangig als ein von männlicher Seite ausgetragenes Denkprojekt. Das Projekt Minor Postwar Voices will einen Raum für das Studium weiblicher und feministischer Stimmen der jüdischen Philosophie innerhalb Deutschlands wie auch deren diasporischen Verbindungen zu Deutschland kreieren, um diese Diskrepanz zu beseitigen und das jüdische Denken der Nachkriegszeit neu zu gestalten.

Jun.-Prof. Dr. Yemima Hadad

Juniorprofessorin

Judaistik (JP)
Institutsgebäude
Beethovenstraße 25
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35441

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Thomas Suchanek
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Thomas Suchanek, Foto: Swen Reichhold

Zeitpfeil und Nicht-Reziprozität

Einrichtung: Institut für theoretische Physik

Abstract:

Ziel des Projekts ist es, die Rolle nicht-reziproker Wechselwirkungen in bioaktiven Vielteilchensystemen besser zu verstehen, wobei der Schwerpunkt auf nicht-reziproken Phasenübergängen liegt. Diese stehen im Zusammenhang mit der Entstehung dynamischer Zustände, zum Beispiel makroskopischer Oszillationen oder laufenden Wellen. Für Gleichgewichtssysteme ist die Beziehung zwischen Phasenübergang und thermischen Fluktuationen recht gut verstanden, was für Nicht-Gleichgewichtssystemen weit weniger der Fall ist. Als mathematisches Werkzeug zur Quantifizierung der abweichenden Eigenschaften von Fluktuationen verwenden wir die Entropieproduktionsrate (EPR). Diese misst, inwieweit sich für Fluktuationen ein Zeitpfeil entwickelt. Basierend auf unseren bestehenden Resultaten wollen wir unserer Forschung auf eine breitere Klasse von Modellen ausdehnen und auch die EPR für endliche Zeit untersuchen.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Leon Moderer & Dr. Bianca Ancillotti
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Leon Moderer & Dr. Bianca Ancillotti, Foto: Swen Reichhold

Die epistemologische Funktion des inneren Sinns

Einrichtung: Institut für Philosophie

Abstract:

Denken kann auf zwei Arten vorgestellt werden: einerseits als aktiver Prozess des Urteilens und Schlussfolgerns, andererseits als ein Widerfahrnis. Häufig wird ein:e Denker:in, im Gegensatz zum bewussten Urteilen und Schlussfolgern, von Gedanken oder Vorstellungsbildern ‚mitgerissen‘, deren Produktion er:sie nicht bewusst angestoßen hat.

Dieser gleichzeitigen Aktivität und Passivität des Denkens trägt Kant mit seiner Unterscheidung zwischen ‚Verstand‘ und ‚Sinnlichkeit‘ Rechnung. Ein Vermögen, das die beiden „Stämme der menschlichen Erkenntnis“ zusammenführt, ist der innere Sinn. Obwohl eine Spezies der Sinnlichkeit, ist der innere Sinn der Ort, an dem sich das aktive (‚spontane‘) Denken vergegenständlichen muss.
Somit dient eine Analyse von Kants Theorie des inneren Sinns der Explikation eines Modells des Denkens, das sowohl dessen Aktivität als auch dessen Passivität gerecht wird. 

Dr. Bianca Ancillotti

Akademische Assistentin

Philosophie mit Schwerpunkt Praktische Philosophie
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum H1 1.06
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35802
Telefax: +49 341 97-35819

Sprechzeiten
Nach Vereinbarung per E-Mail

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Isabel Gebhardt und Dr. Julia Rohrer
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Isabel Gebhardt und Dr. Julia Rohrer, Foto: Swen Reichhold

Mothers and Brothers - Geschwister als Analysefenster zu den Ursprüngen geschlechtlicher Unterschiede im Lebensverlauf

Einrichtung: Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie

Abstract:

Trotz zurückgehender Ungleichheiten besteht heute in einkommensstarken Ländern weiterhin ein überraschend hohes Lohngefälle zwischen den Geschlechtern von etwa 40%. Psychologische Perspektiven weisen auf die Bedeutung soziokultureller Normen hin, die den Lebensverlauf von Frauen beeinflussen, zum Beispiel durch geschlechtsspezifische Sozialisierung in der Familie. Unser Ziel ist es, Auswirkungen des Geschlechts von vorhandenen Geschwistern auf relevante psychologische und ökonomische Variablen bei Frauen in verschiedenen Phasen des Lebensverlaufs zu untersuchen. Wir machen uns ein „natürliches Experiment“ zunutze: das zufällige Geschlecht des nächstjüngeren Geschwisters. Dabei integrieren wir psychologische Ansätze und Perspektiven aus der Geschlechterforschung, die sich auch kritisch mit der Reproduktion von Geschlechternormen innerhalb empirischer Forschung auseinandersetzen. Die Ergebnisse sollen zu einem besseren Verständnis darüber beitragen, wann, wo und wie bedeutsame geschlechtsspezifische Ungleichheiten entstehen.

Dr. Julia Marie Rohrer

Akademische Assistentin

Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik
Städtisches Kaufhaus
Neumarkt 9, Raum 2014 (Aufgang A, 2.OG)
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35919
Telefax: +49 341 97-35909

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Janina Weyrowitz & Juniorprof. Dr. Sebastian Grüneisen
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Janina Weyrowitz & Jun.-Prof. Dr. Sebastian Grüneisen, Foto: Swen Reichhold

Zur Erfassung von (früh)kindlicher Naturverbundenheit − konzeptuelle und methodische Voraussetzungen

Einrichtung: Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung

Abstract:

Im Kontext des Klimawandels wurde Bildung als ein relevantes Kippelement zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft identifiziert. Um neue Bildungsprogramme zu schaffen, müssen jedoch die Faktoren verstanden werden, die dazu beitragen, dass Individuen zu naturschützendem Verhalten neigen. Insbesondere Naturerfahrungen in der Kindheit scheinen ein wichtiger Anregungsfaktor für späteres naturschützendes Verhalten zu sein. Diese würden die Einstellung der Kinder zur Natur in positiver Hinsicht verändern, was unter dem Begriff ‚Naturverbundenheit‘ gefasst wird. So vielversprechend das Forschungsfeld um die Naturverbundenheit ist, so heterogen und unspezifisch sind die Definitionen und Messmethoden des Konstruktes, um dieses zu erfassen. Ziel dieses Forschungsprojektes ist es Maße, zur Erfassung von Naturverbundenheit zu entwickeln, um zu einem Verständnis der Faktoren zu gelangen, welche zu Naturverbundenheit bei Kindern führen.

 

Jun.-Prof. Dr. Sebastian Grüneisen

Juniorprofessor

Entwicklung des Sozialverhaltens im frühkindlichen Bereich mit Schwerpunkt kooperatives und prosoziales Verhalten (JP)
Haus 5
Marschnerstraße 29d/e, Raum 128
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-31861

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Benjamin Fuchs & Dr. Ferenc Herzig
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Benjamin Fuchs & Dr. Ferenc Herzig, Foto: Swen Reichhold

Bekenntnis in der Metamoderne. Eine Theologie der Haltung

Einrichtung: Institut für Praktische Theologie

Abstract:

Die Postmoderne ist vorbei und die Frage offen, welche Epoche sie abgelöst haben mag. Die am weitesten verbreiteten Begriffsbestimmungsversuche zeigen sich einig in der Beobachtung, dass die Moderne selbst noch nicht vorbei sei. Die Bezeichnung „Metamoderne“ und die damit verbundenen Annahmen sind unseres Erachtens als gegenwartshermeneutisches Analyseraster am besten geeignet für unsere Untersuchung. Dabei stehen die Konzeptionen „Bekenntnis“ und „Haltung“ für uns sowohl als Begriffe wie als Praktiken paradigmatisch für eine moderne Ungleichzeitigkeit des postmodern Gleichzeitigen. Dies gilt gleichermaßen für ihre religiösen wie nicht-religiösen, kulturellen und philosophischen, künstlerischen und feuilletonistischen Bedeutungsspektren – Aspekte, die für die gegenwärtige praktisch-theologische Forschung relevant sind.

Dr. Ferenc Herzig

Wiss. Mitarbeiter

Praktische Theologie
Institutsgebäude
Beethovenstraße 25, Raum 211
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35466

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Farbfoto von Dr. Jana Ebersbach und Pauline Jennert bei der Arbeit im Labor
Von links nach rechts: Dr. Jana Ebersbach und Pauline Jennert, Foto: Laura Holzmeyer

Durch den taxonomischen Dschungel: Vorbereitung einer taxonomischen Revision der Gattung Toona M.ROEM. (Meliaceae)

Einrichtung: Institut für Biologie

Abstract:

Die Baum-Gattung Toona (ENDL.) M.ROEM. aus der Familie der Mahagoniegewächse (Meliaceae) wird in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet von Ost-Pakistan bis Ost-Australien als Holzlieferant sowie für andere sozio-ökonomische und kulturelle Anwendungen (zum Beispiel traditionelle Medizin, Nahrungsmittel) genutzt. Der langfristige Erhalt und Schutz der Gattung und ihrer Biodiversität werden jedoch durch eine Vielzahl offener Fragen erschwert: Weder die genaue Anzahl an Arten noch deren taxonomische Identität sind geklärt. Die genaue Verbreitung oder der Bedrohungsstatus einzelner Arten können daher nicht mit Sicherheit bestimmt werden.

Ziel des Projektes ist eine taxonomische Revision von Toona. Dies beinhaltet umfassende phylogenetische, morphologische und karyologische Analysen, deren Ergebnisse für eine sichere Abgrenzung der in der Gattung beinhalteten Arten unabdingbar sind.

Dr. Jana Ebersbach

Wiss. Mitarbeiterin

Molekulare Evolution und Systematik der Pflanzen
Institutsgebäude
Johannisallee 21
04103 Leipzig

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Niels Lohse & Dr. Maike Schmidt
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Niels Lohse & Dr. Maike Schmidt, Foto: Swen Reichhold

Die Rolle der Jagd für städtische Eliten und städtisches Raum- und Ressourcenmanagement am Beispiel Leipzigs im 17. und 18. Jahrhundert

Einrichtung: Historisches Seminar

Abstract:

Die Jagd in vorindustriellen Epochen war eine ökonomisch und symbolisch zentrale Aktivität – auch abseits der großen Fürstenhöfe, die mit ihren Prunkjagden heute für Unwirtschaftlichkeit und moralisch fragwürdiges Herrscherverhalten stehen. Eine völlig unterschätzte Bedeutung kommt der Jagd bei der Organisation des städtischen Gemeinwesens zu. Ausgehend von einem vielversprechenden Quellenfund untersucht das Forschungsprojekt die Rolle der Jagd für die Stadt Leipzig im 17. und 18. Jahrhundert. Welche Bedeutung hatte das Jagdwesen für die territoriale und ökonomische Macht einer Stadt? Gab es Strategien, die begehrten Ressourcen Holz und Wild zu schützen, um sie dauerhaft verfügbar zu machen? Wie verhielten sich die Notwendigkeiten des Ressourcenmanagements zum hohen Prestigewert, dem der Jagd für die städtische Sozialdistinktion zukam? Diesen Fragen wird auf Grundlage einer umfassenden Neuerhebung von Quellenmaterial in sächsischen Archiven nachgegangen.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Farbfoto von Dr. Antje Dietze
Dr. Antje Dietze, Foto: Swen Reichhold

Konzepte und Praktiken von Transnationalität in der frühen deutschen Arbeiterbewegung (1860er-1890er Jahre) – Netzwerke, Debatten und die Rolle der Frauen

Einrichtung: Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe)

Abstract:

Die deutsche Arbeiterbewegung geht 1890 gestärkt aus Jahrzehnten staatlicher Repression hervor und hat eine internationale Vorbildrolle erreicht. Verschieden Faktoren haben zu ihrem Überleben und Wachsen in den Jahrzehnten nach den Revolutionen von 1848/49 beigetragen und wurden erforscht. Dieses Dissertationsprojekt soll eine neue Perspektive hierauf ergründen und fragt, welche Rolle internationale Kontakte, aktivistische Netzwerke und politisch motivierte Mobilität in der Phase der „Überwinterung“ gespielt haben. Das Projekt verbindet historische Migrationsforschung und Biographieforschung mit der Frühgeschichte der deutschen Arbeiterbewegung, und betrachtet insbesondere die weniger erforschte Periode der 1860er bis 1880er Jahre. Dabei soll auch die Rolle von Frauen innerhalb dieser transnationalen Prozesse hervorgehoben werden: Frauen in der Arbeiterbewegung kommen meist erst nach 1890 in den Fokus der Forschung. Dieses Projekt soll ihren Beitrag, und die Möglichkeiten ihrer Teilnahme an der Bewegung vor 1890 beleuchten.

Dr. Antje Dietze

Wiss. Mitarb. SFB

Leipzig Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe)
Strohsackpassage
Nikolaistraße 10, Raum 5.38
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37765

Sprechzeiten
SFB 1199 "Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen"

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Valentin Wjst & Dr. Christiane Schnabel
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Valentin Wjst & Dr. Christiane Schnabel, Foto: Swen Reichhold

Charakterisierung von Antigen-reaktiven T-Zellen bei schwerem equinem Asthma

Einrichtung: Institut für Immunologie

Abstract:

Asthma ist eine Krankheit, die neben Menschen auch Pferde betrifft. Bis zu 20% der adulten Pferdepopulation leiden unter der schweren Form mit starken Auswirkungen auf das Wohlbefinden durch Atemnot.

Zur Krankheitsentstehung bei Pferden ist zwar bekannt, dass Asthma eine Überreaktion des Immunsystems auf Bestandteile des Heustaubes darstellt, aber nicht auf welche relevanten Partikel (Antigene). Darüber hinaus ist unbekannt, ob es eine Allergie darstellt. Dies verhindert im Moment eine abgestimmte Behandlung erkrankter Tiere sowie eine optimierte Vorbeugung durch Elimination der kritischen Bestandteile aus der Umgebung.

Wir wollen diese Krankheitsentstehung untersuchen, mit besonderem Augenmerk auf die Spezifität der T-Zellen, da diese auch wichtige Ziele einer Immuntherapie darstellen. Auch versuchen wir hierbei, die Art der Überreaktion (allergische oder nicht-allergisch) zu identifizieren.

Dr. Christiane Liliane Schnabel

Wiss. Mitarbeiterin (Nachwuchsgruppenleiterin)

Immunologie
Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum
Deutscher Platz 5, Raum 1.306
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-31226
Telefax: +49 341 97-31229

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Frontalaufnahme der drei Wissenschaftler:innen Dr. Hatem Elliesie, Dorothea Schmidt und Jun.-Prof. Dr. Philip Bockholt
Von links nach rechts: Dr. Hatem Elliesie, Dorothea Schmidt und Jun.-Prof. Dr. Philip Bockholt, Foto: Basel Almashaal

Orient- und Islambilder in der Deutschen Demokratischen Republik

Einrichtung: Orientalisches Institut

Abstract:

Die deutsche Migrationsgeschichte beginnt in der Forschungsliteratur zumeist mit der Anwerbung sogenannter türkischer Gastarbeitender in die Bundesrepublik Deutschland. Unsichtbar bleiben hingegen die Erfahrungen von Menschen, die beispielsweise aus Algerien, Syrien oder dem Irak als Vertragsarbeitende, Studierende oder auch politische Exilant:innen in die Deutsche Demokratische Republik kamen. Stattdessen wird mit der verhältnismäßig geringen Anzahl der „Migrationsanderen“ in der DDR und Ostdeutschland eine ostspezifische Fremdenfeindlichkeit attestiert und plausibilisiert.

In meinem Promotionsvorhaben werde ich anhand von narrativen Interviews und Primärquellen wie MfS-Akten, Schulmaterialien und Zeitungsartikeln Aufschluss darüber gewinnen, was wie, durch wen und warum über den Orient und den Islam in der DDR sagbar war. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach der Wiederkehr historisch tradierter Bilder, die Konstruktion neuer Deutungshorizonte sowie diskursive Ereignisse, die einen Wandel in der Wahrnehmung des ‚muslimischen Anderen‘ beförderten.

Dr. Hatem Elliesie

Vertretung der Professur

Islamisches Recht
Institutsgebäude
Schillerstraße 6, Raum S 212
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37208

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Portrait von Dipanwita Dutta
Pre-Doc Award 2022 Kickoff, Portrait von Dipanwita Dutta, Foto: Swen Reichhold

Einfluss des Fettgewebes auf das Metastasierungsrisiko von Krebs

Einrichtung: Peter-Debye-Institut für Physik der weichen Materie

Abstract:

Adipozyten oder Fettgewebszellen sind eine ideale zweite Energiequelle für Krebszellen, da sie einen sauerstoffunabhängigen Stoffwechselweg bieten, der das Entkommen der Krebszellen aus Primärtumoren erleichtern könnte. In diesem Projekt werden wir den Einfluss von Fettgewebe auf die Invasionseigentschaften von Krebszellen untersuchen, indem wir aus verschiedenen Zelllinien, die mit Fettzellen kokultiviert wurden, Zellhaufen, sogenannte Sphäroide, bilden und diese in eine künstliche Kollagenmatrix einbetten. Die Zellen auf der Oberfläche des Sphäroids interagieren mit der Kollagenmatrix, indem sie Zugkräfte auf das Kollagennetzwerk ausüben. Wir stellen die Hypothese auf, dass Adipozyten das Kräftegleichgewicht zwischen Zell-Zell-Adhäsion, die die Zellen innerhalb des Sphäroids hält, und Zell-Kollagen-Adhäsion, die einzelne Zellen aus dem Sphäroid herauszieht, verändern und dadurch ein weiteres Eindringen der Zellen in die Umgebung zur Bildung von Metastasen erleichtern.

Dipanwita Dutta

Wiss. Mitarbeiterin

Physik weicher Materie/Zellbiophysik
Institutsgebäude
Linnéstraße 5
04103 Leipzig

Dr. Hans Kubitschke

Wiss. Mitarbeiter

Studiengangsentwicklung und -organisation
Institutsgebäude
Prager Straße 34-36
04317 Leipzig

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Farbfoto von Miriam Simon
Miriam Simon, Foto: Luis Winkler

Der Einfluss von Pestiziden auf Wildtiere und Mensch in den Palmölplantagen Malaysias

Einrichtung: Institut für Biologie

Abstract:

Industrie und Wirtschaft Südostasiens profitieren von der weltweit steigenden Nachfrage nach Palmöl. Die oft nicht nachhaltige Bewirtschaftung der steigenden Anzahl an Ölpalm-Monokulturen, einschließlich des Einsatzes von Chemikalien, hat jedoch stark negative Auswirkungen auf die Ökosysteme und ihre Artenvielfalt. In unserem geplanten Projekt wollen wir Pestizid-Metaboliten in chemischen Proben des südlichen Schweinsaffen (Macaca nemestrina) untersuchen, welcher oft in der Wald-Ölpalmen-Matrix in Malaysia nach Nahrung sucht. Die Daten zur Pestizid-Belastung der Makaken wollen wir dann mit dem Gesundheitszustand und der Fitness der Wildtiere in Verbindung setzen, um die Auswirkung der Pestizide auf die Affen bewerten zu können. Zudem wollen wir durch Fragebögen und Gespräche vor Ort mehr über den Einfluss der Pestizide auf Plantagenmitarbeiter und Anwohner herausfinden. Unseren Ergebnissen sollen handfeste wissenschaftliche Argumente für Nachhaltigkeitsinitiativen liefern, die sich für nachhaltigere Richtlinien für Unternehmen einsetzen.

Dr. Marlen Kücklich

Wiss. Mitarbeiterin

Verhaltensökologie
Institutsgebäude
Talstraße 33, Raum 226
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-36764

Eindrücke vom Final Symposium am 20.09.2022

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Gruppenfoto der aktuellen Kohorte vor dem Hintergrund der Research Academy Leipzig
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Nicole Koburger spricht am Redepult.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Prof. Zacher während seines Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Zwei Teilnehmende des Pre-Doc Awards sitzen im Publikum und hören offenbar aufmerksam zu.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Teilnehmende des Pre-Doc Awards im Publikum applaudieren.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Kira Stütz und Dr. Kerstin Menzel während ihres Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Noah Waldschmidt während seines Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Teilnehmende des Pre-Doc Awards unterhalten sich in der Kaffeepause.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Sabine Pawellek während ihres Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Aenne-Dorothea Liebing und Dr. Claudia Stäubert während ihres Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Johannes Schmidt am Redepult
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Jan Dewald und Dr. Christina Weinberg während ihres Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Cornelia Franke und Dr. Alexander Bergmann während ihres Vortrags
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Pre-Doc Award 2022 Final Symposium, Dr. Kornelia Ehrlich stellt die Research Academy Leipzig (RALeipzig) vor.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Dr. Antje Nolting übergibt einigen Teilnehmenden des Pre-Doc Awards ihre Zertifikate.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine Cateringplatte mit frischem Obst, daneben kleine Gläser mit Salat
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Einige Teilnehmende des Pre-Doc Awards unterhalten sich in der Mittagspause.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine Teilnehmerin des Pre-Doc Awards und die ehemalige Projektkoordinatorin Dr. Antje Nolting unterhalten sich in der Mittagspause.

Kohorte 2021/22

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Aleksandra Uttenweiler
Aleksandra Uttenweiler, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Zwischen Meinung und Verallgemeinerung: perspektivierte Positionierungspraktiken im Diskurs über Schwangerschaftsabbrüche in deutsch-polnischem Kontrast

Einrichtung: Institut für Germanistik

Abstract:

Themen rund um reproduktive Rechte, besonders den Schwangerschaftsabbruch, sind von hoher Bedeutung sowohl für individuell betroffene Personen als auch für die gesamte Gesellschaft und Politik. In gesellschaftliche Diskurse über Abtreibung sind daher persönliche Sichtweisen eingebettet, die auf Basis der Eigenerfahrung und Eigenmoral geäußert werden. Folglich entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen sprachlich subjektiver Perspektivierung und Generalisierungen, die Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Im digitalen Zeitalter werden die Themen dabei nicht nur massenmedial behandelt, sondern an der Debatte nehmen auch Nutzer:innen sozialer Medien teil, die sich auf hoch polarisierenden Plattformen wie Twitter positionieren, was zu einer Mehrzahl an eingenommenen Perspektiven führt.

Ziel meines Projekts ist es, anhand von Twitter-Daten aus deutsch- und polnischsprachigen Diskursen über Schwangerschaftsabbrüche und mittels diskurslinguistischer Methoden Praktiken auszuarbeiten, mit denen Positionen gegenüber Abtreibung in Bezug auf ihre Gültigkeit perspektiviert werden. Dazu werden insbesondere grammatische Konstruktionen gebraucht, die wiederkehrend im Diskurs auftreten. Mit den perspektivierenden Praktiken markieren Akteur:innen im Diskurs ihren subjektiven Bezug zu der ausgedrückten Position oder verallgemeinern deren Gültigkeit auf eine bestimmte Gruppe beziehungsweise auf den gesamten Restdiskurs. Damit trägt das Projekt zu dem Verständnis bei, wie gesellschaftlich brisante Themen in einem öffentlichen Rahmen ausgehandelt und welche Strategien dabei verwendet werden.

Dr. Naomi Truan

Wiss. Mitarbeiterin

Germanistische Linguistik (Grammatik für die Schule) (JP)
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1403
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37403

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Matthew Cummins und Dr Michael Frazier
Matthew Cummins und Dr. Michael Frazier, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Die semantisch-syntaktische Schnittstelle von Zeitformen

Einrichtung: Institut für Linguistik

Abstract: In einigen germanischen Sprachvarietäten kann ein und dieselbe morphologische Zeitform verwendet werden, um auf vergangene Ereignisse mit unterschiedlichen Zeitpunkten zu referieren. Dieses Projekt befasst sich mit folgender Frage: Wie können die variablen Interpretationsmöglichkeiten dieser Formen in einem semantisch-syntaktischen Schnittstellensystem dargestellt werden, wie es die Tradition der Generativen Syntax (Chomsky 1965 ff.) annimmt und unterstützt? Das Ziel unserer Forschung ist es, eine konkrete Analyse des Phänomens der zeitlichen Interpretationsvariabilität in den Sprachvarietäten zu liefern. Diese Analyse soll verallgemeinert werden, um unser Gesamtverständnis der Interaktion von Ereignis- und Referenzzeitspezifikationen in den lexikalischen Repräsentationen der verbalen Zeitform in der Universalgrammatik zu erweitern.

Ph.D. Michael Dean Frazier Jr.

Wiss. Mitarbeiter

Computationelle/Experimentelle Zugänge zur Grammatik
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1508
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37626
Telefax: +49 341 97-37609

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Jan Dewald und Dr. Christina Weinberg
Jan Dewald und Dr. Christina Weinberg, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Entdeckung von katalytischen RNAs und Untersuchung ihrer Struktur und Biochemie

Einrichtung: Institut Für Biochemie

Abstract: Ribozyme sind Ribonukleinsäuren (RNAs), die chemische Reaktionen durchführen. Von den fünfzehn verschiedenen Ribozymklassen, die in der Natur bekannt sind, sind zehn selbstspaltend. Diese Ribozyme schneiden ihre eigene Phosphatrückgratstelle durch eine Umesterungsreaktion gezielt in zwei Teile. Kürzlich wurden mehrere neue selbstspaltende Ribozymklassen und Strukturvarianten bekannter Klassen entdeckt. Dies deutet darauf hin, dass es noch viele weitere Ribozyme zu entdecken gibt. Daher wollen wir eine kürzlich entwickelte RNA-seq-Methode namens SCRibo seq anwenden, um neue Ribozyme in Bakterien und Eukaryoten zu identifizieren. Anschließend werden wir diese Ribozyme biochemisch charakterisieren und ihre 3D-Struktur mit Hilfe der Röntgenkristallographie aufklären, um genauere Einblicke in ihren Spaltungsmechanismus zu erhalten. Diese Erkenntnisse werden unser Wissen über die Struktur und Biochemie von Ribozymen erweitern und dazu beitragen, ihre biologische Rolle zu entschlüsseln, indem wir ihre ausgedehnte Verteilung genau untersuchen.

Dr. Christina Weinberg

Wiss. Mitarbeiterin

Biochemie/Molekularbiologie
Institutsgebäude
Brüderstraße 34, Raum 423
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-36907
Telefax: +49 341 97-36919

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Cornelia Franke und Dr Alexander Bergmann
Cornelia Franke und Dr. Alexander Bergann, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Untersuchung der Wirksamkeit narrativer Konzeptwechseltexte zur Förderung des Systemdenkens von Schüler:innen in biologischen Kontexten

Einrichtung: Institut für Biologie

Abstract: Systemdenken ermöglicht die verantwortungsbewusste Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu komplexen Themen wie Klima, Biodiversität oder nachhaltiger Ressourcennutzung. Schüler:innen fällt es oft schwer, biologische Systeme zu verstehen. Insbesondere dynamische Systemeigenschaften wie beispielsweise Veränderungen im Zeitverlauf stellen eine Herausforderung für sie dar. In diesem Projekt werden deswegen Maßnahmen zur Förderung des (dynamischen) Systemdenkens von Schüler:innen erprobt. Im Fokus steht die Wirksamkeit sogenannter Konzeptwechseltexte. Konzeptwechseltexte können zu einem besseren Verständnis biologischer Systeme beitragen, indem sie an vorhandene Vorstellungen der Lernenden anknüpfen, diese gezielt problematisieren und fachlich angemessene Konzepte als fruchtbare Alternative zu ihren eigenen Vorstellungen anbieten. Das Projekt entwickelt im ersten Schritt narrative Konzeptwechseltexte zum Ökosystem Städtische Brachflächen auf Grundlage vorunterrichtlicher Vorstellungen von Schüler:innen. Diese Vorstellungen werden mit Hilfe von Kleingruppendiskussionen erhoben und in einem qualitativ-inhaltsanalytischem Verfahren rekonstruiert. Im zweiten Schritt untersucht das Projekt die Wirksamkeit der entwickelten Konzeptwechseltexte in kontrollierten Teaching Experiments. Langfristig soll das Projekt Einblicke in systembezogene Lernprozesse von Schüler:innen ermöglichen sowie Rückschlüsse über die Wirksamkeit narrativer Konzeptwechseltexte in verschiedenen biologischen Kontexten zulassen.

Dr. Alexander Bergmann-Gering

Wiss. Mitarbeiter

Biologiedidaktik
Institutsgebäude
Johannisallee 21
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-36642

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Blaise Gravier und Dr Johannes Schmidt
Blaise Gravier und Dr. Johannes Schmidt, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Rekonstruktion der Veränderungen des Luftmassenmusters während des späten Quartärs über dem Atlasgebirge, Marokko (Reconstruction of Air Masses Pattern, RAMP)

Einrichtung: Institut für Geographie

Abstract: Der nordafrikanische Wüstenrand im Mittelmeerraum ist eines der Gebiete, die am empfindlichsten auf den fortschreitenden Klimawandel reagieren. Tatsächlich hat dieses Gebiet zwischen 1901 und 2012 einen der größten Temperaturanstiege (> 2 K) verzeichnet. Die Verbesserung der Szenarien für die künftige Klimaentwicklung (Horizont 2100) erfordert ein modernes Verständnis der Reaktion natürlicher Systeme auf abrupte Klimaänderungen, die vor dem Industriezeitalter stattfanden. Ein bereits geborgenes Seesediment aus dem Mittleren Atlasgebirge ermöglicht dekadische bis hundertjährige Untersuchungen von abrupten Umweltreaktionen während der letzten 12.000 Jahre (Holozän). Die auffälligste abrupte und schwerwiegende Klimaänderung des Holozäns in Nordafrika ist die rasche Aridifizierung der Sahara (Ende der Afrikanischen Feuchtperiode/African Humid Period; AHP). Sie fand um 4500 Jahre v. Chr. statt, aber die Geschwindigkeit und sogar der Zeitraum dieses Übergangs sind immer noch umstritten. Im Rahmen des Pre-Doc-Projekts werden wir die Isotopenzusammensetzungen von Strontium (Sr), Neodym (Nd) und Blei (Pb) aus diesen Sedimentaufzeichnungen verwenden, die sehr spezifisch für bestimmte geologische Formationen in Nordafrika sind, um die Herkunftsgebiete des Staubs zu rekonstruieren. Unser Pre-Doc-Projekt konzentriert sich auf die folgenden Schlüsselfragen: (1) Wie hat sich die äolische und ökologische Reaktion Nordafrikas auf rasche Klimaänderungen entwickelt? (2) Wann ist das Ende der AHP erreicht, insbesondere wann und mit welcher Geschwindigkeit verändert sie sich?

Dr. Johannes Schmidt

Wiss. Mitarbeiter

Physische Geographie
Institutsgebäude
Johannisallee 19a, Raum 0.11
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-32966
Telefax: +49 341 97-32799

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Aenne Dorothea Liebing und Dr. Claudia Stäubert
Aenne-Dorothea Liebing und Dr. Claudia Stäubert, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Einfluss der subzellulären Lokalisation des Succinatrezeptors auf dessen Signaltransduktion und den zellulären Metabolismus

Einrichtung: Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie 

Abstract: G-Protein-gekoppelte-Rezeptoren (GPCR) stellen die größte Familie von Membranproteinen dar. Eine große Zahl und Vielfalt chemischer Signalmoleküle (Ionen, Amine, Lipide, Aminosäuren, Peptide, Nukleotide) können GPCR aktivieren und so unterschiedlichste physiologische Prozesse beeinflussen. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass GPCR nicht nur von der Zelloberfläche aus signalisieren können, sondern auch von intrazellulären Kompartimenten (Endosomen, Lysosomen oder Mitochondrien) aus. Das ist besonders relevant im Kontext von metabolite-sensing GPCR, da diese durch Metabolite aktiviert werden, die im Inneren der Zelle produziert werden.

Initiale Untersuchungen der subzellulären Verteilung des Succinatrezeptors SUCNR1 zeigten eine Lokalisation des Rezeptors sowohl an der Zelloberfläche als auch in Endosomen. Succinat ist ein intrazellulärer Metabolit, der im Citratzyklus, d.h. einem sehr zentralen Stoffwechselweg der Mitochondrien, gebildet wird.

Wir wollen untersuchen, wodurch die Lokalisation und das Trafficking des SUCNR1 beeinflusst werden und ob dieser von Endosomen aus signalisieren kann. Zuletzt möchten wir die Frage beantworten, ob und wenn ja wie die Lokalisation des Rezeptors den zellulären Metabolismus beeinflusst und vice versa.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Robert Michael und Dr. Christopher Benndorf
Robert Michael und Dr. Christopher Benndorf, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Redoxchemie gemischt anionischer Seltenerdmetallverbindungen

Einrichtung: Institut für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaft

Abstract: Übergangsmetalloxidbasierte Batteriematerialien, wie V2O5, besitzen eine hohe spezifische Energie und Leistung, leiden jedoch unter niedrigen Ionendiffusionskoeffizienten und moderaten elektrischen Leitfähigkeiten, welche ihre technische Anwendung einschränken. Im Vergleich zeigen entsprechende Selenide vielversprechendere Eigenschaften, sind jedoch wenig umweltstabil und hinsichtlich ihrer Produktionsmenge eingeschränkt. Gemischtanionische Seltenerdmetall-Übergangsmetall-Oxid-Selenide versprechen hingegen eine flexiblere Veränderung des Oxidationszustandes des Übergangsmetalls, was zu einer Stabilisierung des Funktionsmaterials und einer höheren Insertionsrate mit beispielsweise Alkalimetallen wie Lithium führen würde. Zusätzlich können magnetische Eigenschaften durch das Seltenerdelement angepasst werden. Die Verbindungen sind sehr stabil und resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Ziel des Projektes ist es Alkali-Seltenerdmetall-Übergangsmetall-Oxid-Selenide strukturell zu charakterisieren, als Kathodenmaterial in elektrochemischen Experimenten einzusetzen, sowie magnetische und elektrochemische Eigenschaften zu bestimmen. Es werden weiterhin Strategien entwickelt um deren Anwendbarkeit als Funktionsmaterial zu optimieren.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Helena Pauen
Helena Pauen, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Loyale Abweichung in Gefahr

Einrichtung: Wilhelm-Wundt-Institut für Psychologie

Abstract: Sozialer Wandel ist ein Schlüsselthema für Gesellschaften, die sich an ein sich veränderndes Umfeld anpassen und wirksam auf Krisen reagieren wollen. In der Sozialpsychologie hat sich die Forschung zu sozialem Wettbewerb und sozialem Wandel häufig darauf konzentriert, Prädiktoren für den kollektiven Protest benachteiligter Gruppen zur Verbesserung ihrer Situation zu ermitteln. Globale Dynamiken wie die Klimakrise erfordern jedoch, dass Menschen aus privilegierten Gruppen den Status quo in Frage stellen, auch wenn sie selbst vielleicht nicht unmittelbar geschädigt werden. Wir schlagen eine neue psychologische Perspektive auf die Umstände vor, die diese Art von Verhalten auf individueller Ebene ermöglichen: Indem wir die Forschung zur Normabweichung mit der Forschung zur psychologischen Bedrohung verbinden, wollen wir prüfen, ob die wahrgenommene Bedrohung, die oft durch soziale Krisen hervorgerufen wird, Möglichkeiten für einen sozialen Wandel bieten kann. Konkret wollen wir untersuchen, inwieweit das Erleben einer Bedrohung der persönlichen Kontrolle die sogenannte loyale Abweichung, d.h. die Bereitschaft von Individuen, schädliche soziale Normen einer Gruppe, mit der sie sich identifizieren, in Frage zu stellen, erhöhen oder verringern kann. Wir planen, diese Forschungsfrage empirisch zu untersuchen, indem wir experimentelle Studien durchführen, die sich auf verschiedene Aspekte dieses Phänomens konzentrieren.

Dr. Torsten Masson

Wiss. Mitarbeiter

Sozialpsychologie
Städtisches Kaufhaus
Neumarkt 9, Raum 2049
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35960

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Sabine Pawellek und Dr. Hagen Wulff
Sabine Pawellek und Dr. Hagen Wulff, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Partizipative Entwicklung von digitalen Adipositas-Therapieansätzen für Kinder und Jugendliche

Einrichtung: Institut für Gesundheitssport und Public Health

Abstract: Adipositas betrifft als komplexes Public Health Problem weltweit einen hohen Anteil der Allgemeinbevölkerung. Kinder und Jugendliche sind in dieser Gruppe von besonders hoher Relevanz, da sich Gewicht und Lebensweisen in diesem Alter manifestieren. Die aus Übergewicht resultierenden Begleit- und Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Hypertonie sind mit einer hohen Krankheitslast verbunden und verursachen langfristig eine hohe ökonomische Belastung für das Gesundheitssystem. Somit besteht die Notwendigkeit, Adipositas früh entgegenzuwirken. Maßnahmen zur Gewichtsreduktion wurden bereits im Rahmen von Therapie gestaltet. Bisherige Möglichkeiten fokussieren Veränderungen im Ernährungs- und Bewegungsverhalten, beachten aber nicht den individuellen Lebensstil der Zielgruppe. Durch die zunehmende Digitalisierung und die Corona-Pandemie sind digitale Medien (als Zielgröße und methodisches Mittel) von hoher Relevanz für die Therapiekonzeption. So ermöglichen digitale Medien eine erhöhte Erreichbarkeit der Patienten und überwinden infrastrukturelle, räumliche Zeitliche Barrieren, wodurch die Programmteilnahme und –effizienz gestärkt werden kann. Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien als ätiologischer Faktor und didaktisches Mittel bzw. Interventionsinstrument bietet somit die Möglichkeit Therapieansätze zu revolutionieren. Vor dem Hintergrund der geringen Wirksamkeit bestehender Maßnahmen stellen sich somit folgende Fragen: Welches Medien- und Therapieverhalten zeigen Akteure? Welche digitalen Technologien und Materialien eigenen sich für eine alltagsgerechte Ansprache? Wie kann ein direkter Einbezug der Zielgruppe in die Therapiegestaltung gewährleistet werden? Für die Beantwortung der Fragen bedarf es zunächst einer systematischen Literaturanalyse zur Generierung evidenzbasierter Strategien. Darauf aufbauend folgt die Integration relevanter Akteure mittels Stakeholderbefragungen. Auf Basis deren Einschätzungen zu Hindernissen, Rahmenbedingungen und Bedürfnissen der Zielgruppe werden Informationen über aktuelle Medienverhalten, organisatorische Voraussetzungen und spezifische Barrieren gewonnen. Die hieraus resultierenden Konzeptableitungen dienen dazu, zukünftig digitale Interventionsstrategien zu entwickeln, zu pilotieren um sie hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu überprüfen.

Dr. Hagen Wulff

Akademischer Assistent

Gesundheits- und Rehabilitationssport
Haus 1, I-Trakt
Jahnallee 59, Raum A 1015
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-31623
Telefax: +49 341 97-31798

Sprechzeiten
nach Vereinbarung

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Dr. Gregor Kachel
Dr. Gregor Kachel, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Die Entwicklung der symbolischen Kommunikation im Alphabetisierungsprozess

Einrichtung: Institut für Bildungswissenschaft

Abstract: In allen soziokulturellen Kontexten stützt sich unsere Teilnahme an sozialen Interaktionen auf grafische Symbole, Gesten und andere symbolische Artefakte. Das Studium der symbolischen Kommunikation bietet einzigartige Einblicke in die kognitiven Fähigkeiten des menschlichen Geistes. Mit Hilfe eines interdisziplinären, experimentellen Rahmens zielt unsere geplante Forschung darauf ab, das Verständnis von Kleinkindern für die Symbol-Referenz-Beziehung im grafischen Bereich während verschiedener Phasen des Schriftspracherwerbs besser zu verstehen. In einfachen und interaktiven Experimenten mit Touchscreens werden Vorschulkinder mit Szenarien konfrontiert, in denen sie grafische Kommunikationsmittel auswählen oder spontan erfinden müssen, um grundlegende Koordinationsprobleme zu lösen. Diese Arbeit soll die aktuellen Debatten in der Entwicklungspsychologie, der kognitiven Anthropologie und der empirischen Pädagogik voranbringen.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine Aufnahme von Louisa Schmidt und Cornelia Schulze im Paulinum.
Pre-Doc Award 2021, Louisa Schmidt und Dr. Cornelia Schulze, Foto: Leon Huff

Kognitive Grundlagen der pragmatischen Sprachentwicklung bei Kindern

Einrichtung: Institut für Bildungswissenschaften

Abstract: Die Fähigkeit, flexibel und kontextabhängig die intendierte Bedeutung hinter den Worten anderer zu rekonstruieren und sich selbst kontextangemessen auszudrücken, nennt man Sprachpragmatik. Obwohl Sprachpragmatik vom Säuglingsalter an zentral für die kindliche Sprachentwicklung und von massiver Bedeutung für die tägliche Kommunikation und die soziale Interaktion mit anderen ist, fehlt es an Forschung zu ihrer ontogenetischen Entwicklung und der ihr zugrundeliegende kognitiven Struktur. Ziel des Projektes ist es, diese Forschungslücken zu schließen. Dazu sollen verschiedene pragmatische Fähigkeiten, ihre Korrelate und Prädiktoren bei Kindern im Kindergartenalter längsschnittlich erhoben werden. Basierend auf bisheriger Forschung werden die drei großen kognitiven Domänen formale Sprachfähigkeit, Theory of Mind und exekutive Funktionen als Prädiktoren im Fokus stehen. Außerdem wird die ökologische Validität sprachpragmatischer Labortests und die Beziehung der verschiedenen pragmatischen Fähigkeiten zueinander untersucht werden.

Dr. Cornelia Schulze

Lehrkraft für besondere Aufgaben

Pädagogische Psychologie mit dem Schwerpunkt Lehren, Lernen und Entwicklung
Haus 3
Marschnerstraße 31, Raum 234
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-31264
Telefax: +49 341 97-31269

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Kira Stütz und Dr. Kerstin Menzel
Kira Stütz und Dr. Kerstin Menzel, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Öffentliches Amt und digitale Inszenierung. Rekonstruktion oder Dekonstruktion geistlicher Autorität in Social Media.

Einrichtung: Institut für Praktische Theologie

Abstract: Ein Pfarrer, mit Talar bekleidet, spielt Fußball auf einer Wiese. Er nimmt Anlauf, der Talar weht im Wind, der Ball fliegt und landet im hohen Bogen im Tor. Zu sehen ist diese Szene in einem Instagram-Reel. Nicht erst die Coronapandemie hat gezeigt, dass dem Internet und allem voran den Sozialen Medien wie Instagram eine enorme Bedeutung zukommt. Auch Pfarrer:innen sind längst auf der zum Facebook-Konzern gehörenden Social-Media-Plattform vertreten. Sie posten Bilder, fügen diesen eine Bildunterschrift hinzu und treten mit anderen Nutzer:innen in Kontakt. Netzwerke wie yeet, das dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH (GEP) angegliedert ist, oder das ökumenische Netzwerk ruach.jetzt sammeln, unterstützen und vernetzen einige von ihnen. Unter dem Hashtag #digitaleKirche sind jedoch weit mehr Pfarrer:innen, Christ:innen und an religiösen Themen Interessierte auf Instagram vertreten und aktiv.

In unserem Projekt wollen wir anhand einer qualitativ-empirischen Studie diese bereits vorhandene Realität vieler Pfarrer:innen wahrnehmen und analysieren, wie sich öffentliches Amt und digitale Inszenierung zueinander verhalten, wie sich pastorale Identität auf Instagram darstellt, was dort mit welchen Mitteln kommuniziert wird und was sich daraus für die klassischen pastoraltheologischen Fragen nach Amt und Person, Geschlechterrollen und dem Verhältnis von Amt und Gemeinde ergibt.

Dr. Kerstin Menzel

Wiss. Mitarbeiterin

Praktische Theologie
Institutsgebäude
Beethovenstraße 25, Raum 211
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35468

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Patricia Thomas und Dr. Uta Karstein
Patricia Thomas und Dr. Uta Karstein, , Foto: Christian Schneider-Bröcker

Im Zweifel für die Freiheit? Kontroversen um die Autonomie der Kunst und die neue Macht des Publikums

Einrichtung: Institut für Kulturwissenschaften

Abstract: Das geplante Projekt befasst sich mit der Autonomie der Kunst. Untersucht wird sie anhand von aktuellen „Kunstskandalen“, bei denen sich die Debatten früher oder später auch um die Frage der Kunstfreiheit und ihrer Grenzen drehten. Neben einer differenzierten Analyse einer Reihe von Skandalen soll gefragt werden, ob diese Vorfälle und die daraus folgenden Diskurse um die Kunstautonomie auf eine Verschiebung des Verhältnisses von Publikums- und Leistungsrollen hinweisen, wodurch sich möglicherweise Deutungshoheiten und Legitimationsmechanismen im Kunstfeld zugunsten des Publikums verschieben. Das Promotionsprojekt wird in ein Forschungsprojekt eingebettet, das sich mittels vergleichender Forschung vor allem mit der Frage beschäftigen wird, ob die für das Kunstfeld beobachteten Konfliktlinien (beispielsweise im Verhältnis von Expert:innen und Laien) auch in anderen Gesellschaftsbereichen sichtbar werden. Forschungen zur Autonomie der Kunst würden so zum Ausgangspunkt grundlegender Fragen nach gegenwärtigen Prozessen sozialen Wandels.

Dr. Uta Karstein

Wiss. Mitarbeiterin

Institut für Kulturwissenschaften
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum H5 1.13
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35688
Telefax: +49 341 97-35698

Sprechzeiten
montags: 15:00-16:00

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Porträt von Dr. Jonas Held und Noah Waldschmidt
Dr. Jonas Held und Noah Waldschmidt, Foto: Christian Schneider-Bröcker

Is the subject an object? - A first-personal approach to intentionality.

Einrichtung: Institut für Philosophie

Abstract: Als Menschen sind wir Subjekte von Gedanken, Wünschen, Wahrnehmungen, etc. In der Philosophie ist es heute üblich, das menschliche Subjekt als einen Gegenstand zu behandeln. Diese Auffassung bestimmt auch unser Verständnis der Gerichtetheit („Intentionality“) des Subjektes auf den Gegenstand, der gedacht, gewünscht oder wahrgenommen wird. Das Promotionsprojekt bemüht sich um ein Verständnis dieser Gerichtetheit, das das Subjekt nicht vergegenständlicht.

In der analytischen Philosophie wird die Gerichtetheit des Subjektes auf etwas üblicherweise als Beziehung zweier Gegenstände aufgefasst – des Subjektes und dessen, worauf es gerichtet ist. Die in dieser Auffassung implizite Vergegenständlichung des Subjektes ist jedoch problematisch. Als Subjekte wissen wir von uns selbst nicht dadurch, dass wir auf uns selbst als Gegenstand gerichtet sind, sondern dadurch, dass wir diejenigen sind, die auf einen Gegenstand gerichtet sind. Das Verständnis der Gerichtetheit, das im Promotionsprojekt entwickelt wird, wird die Weise, auf die das Subjekt in dieser Art von Selbstwissen auftritt, in den Vordergrund stellen.

Dr. Jonas Held

Akademischer Assistent

Philosophie
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1111
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35805
Telefax: +49 341 97-35849

Sprechzeiten
Dienstag 13:30 – 15:00 Uhr nach Anmeldung per E-Mail

Informationen für die Awardees

zur Vergrößerungsansicht des Bildes:
Studieninformationstag, Foto: Christian Hüller

Hier haben wir Informationen zusammengestellt, die Sie während Ihrer Förderung durch den Pre-Doc Award unterstützen können.

Es gibt verschiedene Wege zur Finanzierung Ihrer Promotion. Neben einer eigenen Stelle, die durch eingeworbene Drittmittel Ihres Postdocs finanziert wird, können Sie sich auch selbst auf Förderung bewerben. Eine Reihe von Möglichkeiten finden Sie auf den folgenden Seiten.

Auf der Internetseite Stipendiumplus finden sich Informationen zu Stiftungen, die auch Promotionsstipendien vergeben.

Auf der Grundlage des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes und der Sächsischen Landesstipendienverordnung werden an unserer Universität Stipendien für die Promotionsförderung als Landesgraduiertenförderung vergeben.

Weitere wichtige Informationen finden Sie zudem auf den folgenden Seiten unserer Universität:

Auf unserer Homepage informieren wir Sie über die Möglichkeiten der Promotion an der Universität Leipzig und stellen Dokumente wie Promotionsordnungen bereit.

Ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot zur Ihrer Promotion finden Sie auch über die Seite der Graduiertenakademie Leipzig.

Nationale und internationale Förderung

Im Dezernat Forschung und Transfer erhalten Sie Informationen und Beratung zu nationalen und internationalen Förderprogrammen und, bei Bedarf, auch Unterstützung bei der Antragstellung.

Predocs

Die internationale Doktorandeninitiative heißt alle neuen sowie zukünftigen Promovierenden herzlich willkommen.

Informationen über den ProRat (Promovierendenrat) finden sie im Intranet  oder auf Facebook.

Postdocs

Der interdisziplinäre und internationale Postdoc Club trifft sich regelmäßig und bietet Raum, Veranstaltungen und Themen mitzugestalten.

Auch über die Facebook-Gruppe Postdocs in Leipzig bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich mit anderen Postdocs zu vernetzen.

Zahlreiche weitere Informationen für promovierte Forschende stellen wir auf der Seite des Leipzig Researcher Development Programme zur Verfügung.

Der Career Service unterstützt Sie bei Fragen zu Ihren beruflichen Perspektiven.

Die Fortbildungsdatenbank unserer Universität bündelt alle Weiterbildungsangebote diverser Stellen. Zudem erhalten Sie weiterführende Informationen wie z. B. zum Fortbildungszentrum des Freistaats Sachsen in Meißen, wo Sie kostenfrei alle Weiterbildungsangebote nutzen können.

Die Graduiertenakademie Leipzig ist die zentrale Einrichtung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Leipzig. Unter anderem finden Sie dort ein umfassendes Workshop-Programm.

Die Fremdsprachenangebote des Spracheninstituts richten sich an alle, die aus beruflichen oder privaten Gründen ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern und verbessern wollen.

Weitere Informationen für Postdocs stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen weiter:

Dr. Nicole Koburger

Dr. Nicole Koburger

Koordination

Ritterstraße 26
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35093
Telefax: +49 341 97-35009

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