Von Rassismus betroffene Personen

Diese Themenseite wurde konzipiert für alle von Rassismus betroffenen Personen. Dabei spielt es keine Rolle von welchem Rassismus Personen betroffen sind. Eine überblicksartige Darstellung verschiedener Rassismen kann unter dem Reiter Lexikon eingesehen werden.

Unterstützungsangebote und Beratung

Für von Rassismus betroffene Hochschulmitglieder und -angehörige gibt es verschiedene inneruniversitäre und externe Informations- und Beratungsstellen. Zweifeln Sie nicht an Ihrer Wahrnehmung und vertrauen Sie Ihrem eigenem Gefühl. Niemand hat das Recht, Ihre Grenzen zu überschreiten. Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, um Übergriffe und eventuelle Zeug:innen zu dokumentieren. Bei Vorfällen rassistischer Diskriminierung und Gewalt können Sie verschiedene inneruniversitäre und externe Informations- und Beratungsstellen aufsuchen.

Zentraler Gleichstellungsbeauftragter

Der Zentrale Gleichstellungsbeauftrage berät bei Diskriminierung sowie Belästigung und Gewalt. Als gewählter Vertreter berät er unabhängig. Die Beratung orientiert sich an Ihren konkreten Bedürfnissen – um sich gegen Diskriminierung zu wehren und Ihre Rechte durchsetzen. Sie können Ihre Probleme im vertraulichen Gespräch darstellen, um ein realistisches Bild der weiteren möglichen Schritte zu erhalten. Die Entscheidung, ob und wie Sie sich zu Wehr setzen möchten, bleibt dabei selbstverständlich ganz bei Ihnen. Sie entscheiden über den weiteren Weg. Ebenso ist die Vermittlung an andere Fachberatungsstellen möglich. Die Beratung erfolgt kostenfrei.

AGG Beschwerdestelle

Als Mitarbeiter:in können Sie sich bei Vorfällen von Diskriminierung und Gewalt an die Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wenden und eine formale Beschwerde einreichen.

Student*innenRat

Das Referat Antirassismus steht Studierenden beratend zur Seite, die Rassismus und rassistische Diskriminierung erleben und vernetzt Initiativen. Dabei handelt es sich um ein studentisches Angebot, das betroffenen Student:innen einen niedrigschwelligen Zugang zur Erstberatung anbietet.

RAA Leipzig e.V.

Die Raa Leipzig e.V.-Opferberatung berät und betreut unter anderem bei Betroffenheit von rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt und Diskriminierung.

Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Bei der Wohnungssuche, auf Arbeit, im Geschäft oder einer Behörde – wenn Menschen Diskriminierung erfahren, ist es gut, nicht allein da zu stehen. Das Büro in Leipzig des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V. unterstützt Sie dabei, mit dem Erlebten umzugehen, und berät Sie, wie Sie sich für Ihre Rechte stark machen können.

MIA – Melde- und Informationsstelle Antiziganismus

MIA ist eine zivilgesellschaftliche Melde- und Informationsstelle zum bundesweiten Monitoring von Antiziganismus, also Rassismus gegen Rom:nja und Sint:izze.

Die Melde- und Informationsstelle sammelt Angaben darüber, wie und in welchem Umfang Antiziganismus in Sachsen verübt wird, und veröffentlicht diese regelmäßig in Form eines Berichts. Als Teil einer bundesweiten Arbeitsgemeinschaft werden antiziganistische Fälle in Sachsen dokumentiert, Erst- und Verweisberatungen für Betroffene angeboten und die Öffentlichkeit informiert.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gibt telefonisch erste Einschätzungen zu Diskriminierungsfällen. Das juristische Beratungsteam informiert über Rechte und kann bei Eignung eine gütliche Einigung anstreben. Sowohl Anfragen, als auch telefonische Beratung kann in Deutscher Gebärdensprache stattfinden.

Support Compass

Support Compass ist eine App des Verbandes der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Die App ist verschlüsselt und die Kommunikation erfolgt mit professionellen Beratenden. Die App bietet primär Hilfe bei der Suche nach Beratungsstellen in der Nähe.

Bei belastenden Themen stehen allen Universitätsangehörigen und -mitgliedern kostenfreie Anlaufstellen offen. Egal ob Zweifel an der Wahl Ihres Studiums, Ängste und Zweifel, Kontaktschwierigkeiten, depressive Verstimmungen, Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen oder Probleme mit Alkohol oder Drogen und vieles mehr. Die Beratungen erfolgen streng vertraulich.

Psychosoziale Beratung des Studentenwerks Leipzig

Die Psychosoziale Beratung (PSB) des Studentenwerks Leipzig berät Studierende zu Studienschwierigkeiten, persönlichen Konfliktsituationen oder psychischen Belastungen. Häufige Themen sind unter anderem Diskriminierungserfahrungen, Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen oder Probleme mit Alkohol und Drogen. Für eine schnelle Kontaktaufnahme kann die 20-minütige offene Einzelberatung genutzt werden. Das Angebot der PSB umfasst außerdem 50-minütige Einzelberatungen mit Terminen und Gruppenangebote.

Psychosoziale Beratung für Beschäftigte

Die psychosoziale Beratungsstelle für Beschäftigte der Universität Leipzig unterstützt Sie in herausfordernden Lebenslagen. Häufige Themen sind unter anderem Konflikte mit Kolleg:innen oder Vorgesetzten, Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen. Einen individuellen Beratungstermin können Sie per Mail vereinbaren.

Psychosoziale Beratungsstelle der Zentralen Studienberatung

Die Psychosoziale Beratungsstelle der Zentralen Studienberatung berät Studierende der Universität Leipzig zu persönlichen Schwierigkeiten im Studium und deren Auswirkung auf Ihre Studienkompetenzen. Häufige Themen der Beratung sind Umgang mit Stress und Überforderung, emotionale Krisen oder Zweifel bei der Studien- und Lebensplanung. Individuelle Beratungstermine können Sie per Mail vereinbaren.

Psychologische Beratungsstelle des Zentrums für Lehrer:innenbildung und Schulforschung

Die Psychologische Beratungsstelle des Zentrums für Lehrer:innenbildung und Schulforschung bietet Lehramtsstudierenden der Universität Leipzig eine systemisch-orientierte Beratung an. Häufige Themen der Beratung sind depressive Symptome, zwischenmenschliche Konflikte oder akute Lebenskrisen. Individuelle Beratungstermine können per Mail vereinbart werden.

Psychosoziale Beratungsstelle des Student*innenRates

Die Psychosoziale Beratung des Student*innenRates der Universität Leipzig ist eine niedrigschwellige Anlaufstelle für alle Studierenden der Universität Leipzig. Häufige Themen sind unter anderem psychische Krisen, einschneidende Lebensereignisse oder Probleme in der Alltagsbewältigung. Individuelle Beratungstermine können unkompliziert per Mail vereinbart werden.

Hochschulgruppen und Community Safer Spaces

Safer Spaces sind Räume, die so gestaltet sind, dass sich Menschen dort sicher und geschützt fühlen können. Da Safe Spaces niemals zu 100 Prozent garantiert werden können, wird auch der Begriff Safer Spaces verwendet.

BPoC Hochschulgruppe

Vernetzung und Empowerment bietet die Hochschulgruppe für Black, Indigenous and People of Color. Die Gruppe ist beispielsweise auf  Instagram aktiv und organisiert auch Community-Treffen an wechselnden Orten.

RosaLinde Leipzig e.V.

The RosaLinde Leipzig e.V. association has formats that explicitly address (post)migrant, refugee, black, indigenous and of colour LGBTQIA* people and provides information about them on Instagram and Telegram.

Somewhere Inbetween Jam

The aim of the Somewhere Inbetween Jam project is to network local and international BIPoC and FLINTA dancers in order to sustainably promote the visibility of coloured artists and the next generation of dancers in East Germany.

Music of Color

The group Music of Color organises community spaces and hosts radio shows, publishes music, and organises parties.

Balance Club Culture Festival

Once a year, the collective organises a festival in Leipzig lasting several days, including parties, performances, and lectures. The aim of Balance is to create safer club spaces for FLINTA, BIPoC and queer people.

KritMed Leipzig – kritische Medizin Leipzig

The group deals with the health consequences of racism, racism in the health system and racism-critical education of future doctors.

support f(x) - Schnittstelle für Awareness

Support f(x) strengthens and promotes awareness and anti-discrimination work in the context of events. The aim is to jointly sensitise a broad public and counteract organised power structures. A central building block is the network. As a supra-regional interface, the community is to be sustainably supported in its self-organisation. The focus is on the exchange and sharing of resources and knowledge.

Allyship - Supporting affected people

Racial discrimination can make people ill and poison the work environment. If you observe racist discrimination or violence in your work or study environment, support the person concerned. Be aware of your own limits and only help within the scope of your possibilities. For the person affected, talking to an uninvolved person is often a difficult and courageous step, because they usually have to continue working with the people in the work or study environment for a longer period of time.

1 Resistance starts in seemingly inconspicuous situations: Do not laugh along when racist slogans or jokes are made. Make it clear to the person making the slogans that their behaviour is not welcome.

2 Talk to people in your work or study environment if you suspect or witness that they are being racially discriminated against.

  • Take your time for this conversation and create an atmosphere of trust. Tell the person concerned objectively what you have observed, offer the person help.
  • Offer to seek counselling or accompany them to counselling if you can.
  • Important: Do not do anything that the person concerned does not want.
  • Make it clear to the person concerned that only the harassing person is responsible for their misconduct.

Beschwerdeprozess und Empowerment

Wie sieht ein Beschwerdeprozess aus?

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Empowerment

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Lexikon

Auch: Verbündete:r, Unterstützer:in, Fürsprecher:in

Eine Person, die selbst nicht Teil einer marginalisierten Gruppe, z.B. der trans Community, ist, aber diese aktiv unterstützt, wird als Ally oder Fürsprecher*in bezeichnet. Sie arbeitet aktiv daran, Intoleranz zu beenden, klärt andere Menschen über die Belange der marginalisierten Gruppe auf und nutzt ihre Position, nicht Teil der marginalisierten Gruppe zu sein, um sich für die Gleichstellung diskriminierter Personen einzusetzen.

Asiatisch gelesene Menschen in Deutschland sind in widersprüchlicher Weise sowohl von positivem als auch negativem Rassismus betroffen. Einerseits werden sie vielfach als "Vorzeigemigrant:innen" beschrieben und gegen andere (post)migrantische Gruppen ausgespielt; andererseits werden sie als homogene Masse dargestellt, von der eine Gefahr für die Mehrheitsgesellschaft ausgehe. Antiasiatischer Rassismus in Deutschland umfasst unterschiedliche Formen von Gewalt. Diese reichen von verbalen Mikroaggressionen über strukturelle Diskriminierung bis hin zu körperlichen Angriffen und Morden. Dabei unterscheiden sich die in Populärkultur und medialer Berichterstattung weit verbreiteten rassifizierten Zuschreibungen auch nach Geschlecht: So werden asiatisch gelesene Frauen sexualisiert, exotisiert und infantilisiert, Männer dagegen desexualisiert und feminisiert.

In der Wissenschaft werden seit einigen Jahren verschiedene Begriffe und theoretische Konzepte diskutiert, mit denen die Abwertung, Ausgrenzung sowie Diskriminierung von Musliminnen und Muslimen und als solche gelesenen Menschen erfasst werden. Der im internationalen Sprachgebrauch verbreitete Begriff der Islamophobie findet in Deutschland wenig Verwendung. Hier hat sich zum einen das Begriffspaar der Islam- und Muslimfeindlichkeit als Teil eines Syndroms „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ etabliert. Aus Sicht der Rassismusforschung wird Islam- und Muslimfeindlichkeit zum anderen häufig als eine Form des kulturell begründeten Rassismus eingeordnet, der die Religionszugehörigkeit ethnisiere und so aufgrund ihrer „Abstammung“ auch Menschen betreffe, die nicht unbedingt religiös praktizierend sind. Im antimuslimischen Rassismus zeigt sich demnach, dass Kategorien wie Ethnizität, Kultur und Religion miteinander verschmelzen können.

Antisemitismus ist nicht als Unterform von Rassismus zu verstehen, sondern als ein eigenes Phänomen mit Schnittmengen zum Rassismus. Mit dem Rassismus teilt der Antisemitismus, dass er eine homogene Gruppe imaginiert, der vermeintliche Kollektiveigenschaften zugeschrieben werden. Eine Spezifik des Antisemitismus ist, dass er sein Feindbild nicht nur als unterlegen oder minderwertig konstruiert, sondern auch gleichzeitig als übermächtig stilisiert. So dient der Antisemitismus sowohl der Abwertung von jüdischen Menschen als auch der Reduktion von Komplexität moderner Gesellschaften, indem ein Feindbild vom vermeintlich ,mächtigen Juden‘ konstruiert wird, der heimlich Kontrolle über die Wirtschaft, die Medien oder politische Institutionen ausübe. Auch hinter politischen Umbrüchen wie Kriegen, Revolutionen oder Wirtschaftskrisen werden in einer antisemitischen Weltsicht ,jüdische Kräfte‘ vermutet. Entsprechend ist die Behauptung einer ,jüdischen Weltverschwörung‘ konstitutiver Bestandteil antisemitischer Ideologien. Damit funktioniert Antisemitismus auch als ein Weltdeutungsmuster.

Antislawischer Rassismus oder auch Rassismus gegen Osteuropäer:innen und Südosteuropäer:innen, folgt ähnlichen Prinzipien wie andere Rassismen. Antislawischer Rassismus steht in Verbindung mit Expansions- und Tötungspolitiken der Nationalsozialisten, weist eine koloniale Struktur auf, wird in Teilen aber auch mit Bezug auf die Abwehr bestimmter Nationalitäten geäußert.
Menschen aus Osteuropa erleben Rassismus, nicht weil sie weiß sind, sondern trotzdem. Antislawischer Rassismus bezieht sich unter anderem auf Sprache, Akzent und Aussehen oder auch Verhaltens- und Charakterzuschreibungen , ebenso wie auf Kultur.

Antiziganismus bezeichnet den spezifischen Rassismus gegen Sinti:zze und Rom:nja, der verschiedene Ebenen berührt. Einerseits werden Sinti:zze und Rom:nja stigmatisiert. Ihnen werden vermeintlich von der Norm abweichende, widersprüchliche Eigenschaften (romantisierend oder kriminalisierend) zugeschrieben. Andererseits wird durch Antiziganismus die strukturelle und institutionalisierte Diskriminierung definiert, wie bspw. ein erschwerter Zugang zu Bildung oder Ressourcen. Das Z-Wort ist eine diffamierende Fremdbezeichnung und wird von Angehörigen der Rom:nja-Minderheit abgelehnt. Der Begriff ist eine Zuschreibung negativer, aber auch romantisierender Stereotype und sagt nichts über das Selbstverständnis der so Bezeichneten aus. Sinti:zze und Rom:nja wurden im Nationalsozialismus als „Zigeuner:innen” Opfer von Verfolgung und Vernichtung. Dieser Völkermord wird Porajmos (Verschlingen) genannt.

Anti-Schwarzer Rassismus (ASR) ist eine spezifische Form des Rassismus und hat in Europa und Deutschland seit der Zeit der Versklavung Tradition. Bei ASR handelt es sich um eine spezifische Herabwürdigung, Entmenschlichung und rassistische Diskriminierung von Schwarzen Menschen afrikanischer Herkunft. Ungeachtet der Realität von Diskriminierung und Hierarchisierung nach „Hautschattierung“, ist ASR nicht auf Diskriminierung in Bezug auf die sogenannte Hautfarbe reduzierbar, da spezifische Dynamiken bei anti-Schwarzer-Diskriminierung existieren und diese von Menschen afrikanischer Herkunft mit unterschiedlichen ‘Hauttönen’ erlebt werden.

Person oder People of Colo(u)r ist eine politische Selbstbezeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind und über einen gemeinsamen Erfahrungshorizont in der weiß dominierten Bevölkerung verfügen. Mit der Selbstbezeichnung wird sich bewusst von der Bezeichnung „Migrant:in“ bzw. „Migrationshintergrund“ abgegrenzt, die den sprachlichen Fokus nicht auf Rassismus-, sondern Migrationserfahrung legen. BIPoC (engl. Black or Indigenous PoC) schließt ausdrücklich Schwarze und indigene Menschen mit ein.

Der Ausdruck "Cancel Culture" stammt vom englischen Begriff "to cancel", was so viel bedeutet wie "etwas absagen", "etwas fallenlassen" oder "etwas streichen". Es wird behauptet, dass es sich dabei um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, bei dem unliebsamen Personen, sei es aus dem Bereich der Wissenschaft, Kunst oder Politik, die Unterstützung entzogen wird oder zum Kampf gegen sie ausgerufen wird, beispielsweise via Social Media. Das Ziel dabei wäre es, ihren Ruf zu beschädigen, ihre berufliche Tätigkeit zu verhindern oder die Anerkennung ihrer Werke zu beeinträchtigen. Diejenigen, denen politisch inkorrektes oder diskriminierendes Verhalten vorgeworfen wird oder deren Verteidiger:innen, verwenden den Begriff der Cancel Culture, um gegen diese vermeintliche Kultur zu protestieren. Es besteht Unklarheit darüber, ob es tatsächlich eine Cancel Culture gibt und falls ja, ob sie wirklich als weitverbreitetes Phänomen angesehen werden kann. Nach Ansicht ihrer Kritiker stellt sie eine Weiterentwicklung der Political Correctness dar, die eine strenge und penible Einhaltung gesellschaftlicher und sprachlicher Normen fordert, insbesondere im Hinblick auf vermeintlich oder tatsächlich benachteiligte Gruppen. Aus Sicht der Befürworter:innen, die entweder keine solchen sind oder nicht als solche angesehen werden möchten, handelt es sich bei Cancel Culture um eine Fantasie oder einen Kampfbegriff, der darauf abzielt, Aufklärung und die Herstellung von Gerechtigkeit zu verhindern.

Der Begriff Empowerment stammt ursprünglich aus dem Bereich der Psychologie und Sozialpädagogik, er lässt sich am besten mit „Selbstbemächtigung“ oder auch „Selbstkompetenz“ übersetzen. Empowerment umfasst Strategien und Maßnahmen, die Menschen dabei helfen, ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu führen. Durch Empowerment sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Belange zu vertreten und zu gestalten.

Abkürzung für Frauen, (Lesben), Intersexuelle, Nicht-Binäre und trans Personen. Das „L“ ist nicht immer enthalten in der Abkürzung, da es sich bei lesbisch sein, nicht um eine Geschlechtsidentität handelt. Jedoch sind Lesben häufig von mehrfachen Marginalisierungen und Diskriminierungen betroffen und werden daher häufig mitbenannt.

Die sozialwissenschaftlichen Konzepte der institutionellen Diskriminierung und des institutionellen Rassismus verweisen auf das Zusammenwirken von gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen und Behörden, ihren Normen und Praktiken in der Produktion und Reproduktion von Rassismus. Rassismus wird in dieser Betrachtungsweise nicht als rein individuelles Fehlverhalten verstanden, sondern als durch gesellschaftliche Strukturen re-produziertes Phänomen der Ausgrenzung, Dehumanisierung, systematischen Benachteiligung und Gewalt sowie der ungleichen Ressourcenverteilung. So zeigen sich institutionelle Diskriminierung und Rassismus etwa auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie im Bildungs-, Gesundheits-, Ausbildungs- oder Justizsystem. Mit Blick auf Racial Profiling geht es vor allem um Rechtsgrundlagen, die Personenkontrollen aufgrund von z.B. rassifizierten Merkmalen ermöglichen sowie das gesellschaftliche Verhältnis, durch das bestimmte als ,anders' markierte Gruppen aus der als weiß vorgestellten Gesellschaft ausgeschlossen und kriminalisiert werden.

Mikroaggressionen sind in der Forschung umstritten. Dabei handelt es sich um von Betroffenen als übergriffig empfundene alltägliche Kommunikation, so z.B. subtile Demütigungen und Herabsetzungen.

 

Überzeugungen und Praktiken, die auf der systematischen Abwertung und Ausgrenzung sowie Benachteiligung bestimmter Gruppen der Bevölkerung beruhen, denen biologisch oder kulturell konstruierte, nicht veränderbare und angeblich minderwertige Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben werden.

Die politische Selbstbezeichnung für die nationale Minderheit ist Sinti:zze und Rom:nja. Rom:nja ist dabei der Überbegriff für eine diverse Gruppe von Menschen, die im 13. und 14. Jahrhundert aus Indien und dem heutigen Pakistan nach Mittel-, West- und Nordeuropa eingewandert ist. Die Sinti:zze siedelten sich vorwiegend in Westeuropa an, die Rom:nja vor allem in Ost- und Südosteuropa.

Der Begriff „Bias“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Voreingenommenheit oder Vorurteil. Vorurteile kann man z.B. einer Situation, Person oder Gruppe gegenüber haben und sie können von Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen vertreten werden. Die Folgen solcher Vorurteile können sich für die betreffenden Gruppen oder Personen negativ, aber auch positiv auswirken.

Einige dieser Biases können bewusst sein (sogenannter Explicit Bias) oder unbewusst auftreten (sogenannter Unconscious oder Implicit Bias). Hierbei können Alter, Geschlecht, Herkunft, (körperliche) Fähigkeiten, Religion, sexuelle Orientierung, Körper/Aussehen und viele andere Merkmale zum Gegenstand des Vorurteils werden. Jeder Mensch hat unbewusste Vorurteile und diese können sogar im Kontrast zu den eigenen, bewussten Werten stehen. Aber gerade diese Unbewusstheit macht es so schwer, Unconscious Bias aufzudecken und ihm entgegenzuwirken.

Biases resultieren meist aus stereotypen Wahrnehmungen, die wir als Denk- und Reaktionsmuster aus eigenen Vorerfahrungen oder Berichten anderer ableiten, um schneller auf neue Informationen reagieren zu können. Sie rühren von der menschlichen Tendenz her, die Komplexität sozialer Welten durch Kategorisierungen zu reduzieren.

 

Wokeness ist eine Einstellung und Bewegung der Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Es bedeutet, das Geschehen in der Welt genau zu beobachten und sich gegen Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Gewalt, Umweltzerstörung, Massentierhaltung und andere so empfundene Übel einzusetzen, indem man seine Stimme erhebt. Im Englischen bedeutet "to be woke" "wachsam sein" gegenüber jeglicher Art von Ungerechtigkeiten; "woke" ist die Vergangenheitsform von "to wake" und steht für "aufwachen". Im Deutschen wird "woke" entweder als Adjektiv verwendet ("Ich bin woke.") oder als Substantiv (im Sinne der Woke-Bewegung oder -Kultur).

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