Sonderforschungsbereiche (SFB) und Transregios (TRR) setzen sich aus mehreren kooperierenden Teilprojekten zusammen, die von verschiedenen Fachbereichen an Universitäten und regionalen Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. Sie haben eine maximale Laufzeit von zwölf Jahren, was den Wissenschaftler:innen die Planung und Umsetzung anspruchsvoller Forschungsprojekte ermöglicht. Transregios unterscheiden sich von SFB in der Regel dadurch, dass zwei oder drei Universitäten einen gemeinsamen Antrag stellen und bis zu einem Drittel der Forschung durch außeruniversitäre Einrichtungen erfolgt.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Farbfoto: Mann im weißen Kittel sitzt am Tisch, frontal zur Kamera. Er zeigt auf eine Abbildung einer Ernährungspyramide und spricht zu einer Frau.
Prof. Dr. Matthias Blüher, Sprecher des SFB 1052 untersucht "Mechanismen der Adipositas". Foto: Christian Hüller

Sonderforschungsbereiche und Transregios mit Sprecherschaft der Universität Leipzig:

Zellen kommunizieren untereinander und mit ihrer Umwelt über Rezeptoren. Die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) sind die größte Gruppe der Membranrezeptoren und kommen in fast allen Lebewesen vor. Im Sonderforschungsbereich 1423 „Strukturelle Dynamik der GPCR-Aktivierung und Signaltransduktion“ untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Lebenswissenschaften, der Medizin, der Pharmazie und der Bioinformatik unserer Universität die Wechselwirkungen von bislang wenig erforschten GPCRs, den Peptidrezeptoren und den Adhäsionsrezeptoren, zusammen mit ihren Partnern an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft sowie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ein Ziel des SFBs ist es, die dynamischen Strukturzustände dieser GPCRs aufzuklären, um ihre Funktionen zu verstehen. Damit könnten für diese Klasse der GPCRs neuartige Therapeutika entwickelt werden. Promovierende des SFBs werden in seinem integrierten Graduiertenkolleg ausgebildet.

Mehr erfahren

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Arktisexpedition Richtung Grönland und Spitzbergen im Frühjahr/Sommer 2017 mit Eisbrecher Polarstern und zwei Forschungsflugzeugen
Arktisexpedition des TRR 172 im Frühjahr 2017 mit Eisbrecher Polarstern, Foto: Dr. Marlen Brückner

Mit dem Transregio 172 forschen wir erstmals in Deutschland systematisch und im großen Maßstab auf dem Gebiet der „Arktischen Verstärkungen (AC)³“. Ziel der breit angelegten Forschungskooperation mit der Universität Bremen, der Universität zu Köln, dem Alfred-Wegener-Institut und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung ist es, die Klimaentwicklung in der Arktis mit verschiedenen Methoden und über längere Zeiträume zu beobachten. Anhand der Beobachtungen von Messinstrumenten auf Satelliten, Flugzeugen, luftgetragenen Ballonplattformen, Forschungsschiffen und der Ergebnisse ausgewählter bodengebundener Mess-Stationen entwickeln die Forschenden Modelle zur verlässlichen Vorhersage der beobachteten Erwärmung in der Arktis.

Mehr erfahren

Der Transregio 386 HYP*MOL möchte die Felder der magnetischen Resonanz, der Spintronik und der Spin-Chemie zusammenführen. Wissenschaflterinnen und Wissenschaftler der Universität Leipzig und der Technischen Universität Chemnitz untersuchen gemeinsam mit weiteren Partnern das Phänomen der Hyperpolarisation, die kontrollierte Erzeugung einer kurzlebigen Spin-Ordnung von Elektronen oder magnetischen Kernen. Sie tragen so zum grundlegenden Verständnis der Erzeugung von Elektron- und Kernspin-Hyperpolarisation, ihres Transports durch molekulare Strukturen und ihrer Kontrolle bei. Professor Jörg Matysik vom Institut für Analytische Chemie der UL leitet den Forschungsverbund gemeinsam mit der Co-Sprecherin Professorin Georgeta Salvan vom Institut für Physik der TUC.

mehr erfahren

Sonderforschungsbereiche und Transregios mit Beteiligung der Universität Leipzig als Projektpartnerin:

Chemische Mediatoren spielen in vielen Lebensräumen von Artengemeinschaften eine Schlüsselrolle. Der Sonderforschungsbereich 1127 – koordiniert durch die Universität Jena – erforscht fundamentale Kontrollmechanismen in komplexen Biosystemen, um Wirkung und Wirkorte der Mediatoren aufzuklären und so langfristig gezielt komplexe Biosysteme manipulieren zu können.

Professor Severin Sasso vom Institut für Biologie der Universität Leipzig ist Co-Leiter eines Teilprojekts mit Fokus auf die Identifikation von neuen Sekundärmetaboliten und ihren Interaktionen zwischen Chlamydomonas reinhardtii und anderen Mikroorganismen. Professorin Nicole van Dam vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv e.V. forscht im Teilprojekt “Entwicklung nachhaltiger Strategien zur Bekämpfung des Kleine Kohlfliegenbefalls in Raps”.

Mehr erfahren

Der Sonderforschungsbereich 1320 "Wissenschaft der Alltagsaktivitäten – Analytische und generative Modellierung" (EASE), koordiniert von Professor Michael Beetz von der Universität Bremen, erforscht einen neuen Ansatz in der Grundlagenforschung zu den Prinzipien der menschlichen Informationsverarbeitung. Ziel ist es informationsverarbeitender Modelle zu entwickeln, mit denen  autonome Roboter in die Lage versetzt werden können, Alltagsaktivitäten in vollem Umfang zu beherrschen.

Herr Professor Carsten Lutz vom Institut für Informatik forscht im Vorhaben zu Ontologien mit Abstraktion.

Mehr erfahren

Die soziale und sozioökonomische Relevanz regenerativer Therapien steigt mit dem rapiden Alterungsprozess der europäischen Bevölkerung konstant an. Das Forschungsvorhaben „ELAINE“ – geleitet durch die Universität Rostock – konzentriert sich auf neuartige, elektrisch aktive Implantate, die für die Regeneration von Knochen und Knorpeln eingesetzt werden sollen.

Professorin Angelika Richter vom Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der Universität Leipzig ist Co-Leiterin eines Teilprojekts mit Fokus auf tiefe Hirnstimulation in Dystonie-Modellen.

Mehr erfahren

Der Sonderforschungsbereich 1664 „Plant Proteoform Diversity – SNP2Prot“ wird von Professor Marcel Quint von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) koordiniert. Die Forschung beschäftigt sich mit der Frage, wie kleinste Veränderungen im Erbgut von Pflanzen die Funktion von Proteinen beeinflussen und dadurch neue Eigenschaften entstehen. Dabei werden die zentralen Forschungsfelder der Pflanzen- und Proteinforschung miteinander verknüpft, wobei die Aufklärung von 3D-Proteinstrukturen oder deren Vorhersage durch Strukturmodellierung eine wichtige Rolle spielt.

Professor Jens Meiler, Juniorprofessorin Clara Schoeder und Dr. Georg Künze vom Institut für Wirkstoffentwicklung sind an insgesamt drei Teilprojekten beteiligt.

mehr erfahren

Der Sonderforschungsbereich / Transregio 325 „Kontrolle der chemischen Photokatalyse durch Molekülverbände“ hat zum Ziel, eine neue Generation photokatalytischer Systeme für die organische Synthese durch Kontrolle der Wechselwirkungen zwischen dem Katalysator und den Reaktionspartnern zu entwickeln. Langfristig will er zur weiteren Einsparung von Energie und Ressourcen bei lichtgetriebenen Reaktionen beitragen. Professor Thorsten Bach von der Technischen Universität München ist Sprecher des Transregios.

Die Professorinnen Julia Westermayr und Kirsten Zeitler vom Institut für Organische Chemie der Universität Leipzig sind jeweils mit einem Teilprojekt beteiligt.

Mehr erfahren

Der Transregio 294 "Strukturwandel des Eigentums", koordiniert von Professor Hartmut Rosa von der Friedrich-Schiller Universität Jena, erforscht in einem interdisziplinären Setting, die gesellschaftstheoretische Perspektive auf Eigentum (zurück-)gewinnen und den angenommenen Strukturwandel empirisch zu untersuchen.

Dr. Lars Vogel vom Institut für Politikwissenschaft forscht hierin zu ökonomischem Eigentum und politischer (Un-)Gleichheit als elitensoziologische Analyse.

Mehr erfahren

Im SFB Transregio 296 "Lokale Kontrolle der Schilddrüsenhormonwirkung" widmen sich Forschende sich der Fragestellung, welche Komponenten die Organhomöostase kontrollieren und inwieweit eine Änderung Erkrankungen beeinflusst. Das interdisziplinäres Konsortium mit Sprecherschaft an der Universität Duisburg-Essen verfügt über eine weltweit einzigartige Sammlung von Mausmodellen zu allen Schlüsselkomponenten, sowie krankheitsspezifische Modelle und Patientenkohorten. Innovative Technologien zur gezielten Modulation des lokalen Schilddrüsenhormon-Gewebsstatus werden eingesetzt.

Am Institut für Anatomie untersucht Professor Ingo Bechmann im Teilprojekt P03 "Transporterexpression und TH-Wirkung im Gehirn" den Monocarboxylat-Transporter 8, einen spezifischen Transporter für Schilddrüsenhormone im Gehirn.

Mehr erfahren

TRP-Kanäle (Englisch: transient receptor potential channels) bilden eine vielgliedrige Proteinfamilie mit vielen bedeutenden Funktionen als zelluläre Sensoren und Effektoren. TRP-Proteine kontrollieren damit ein außerordentlich breites Spektrum an homöostatisch-physiologischen Funktionen. Der Transregio 152 „Steuerung der Körperhomöostase durch TRP-Kanal-Module“ arbeitet an einer Re-Klassifikation und Neudefinition der bekannten TRP-Kanäle. Das Ergebnis sind neue Wege und fallspezifische Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Krankheiten in Zusammenhang mit dysfunktionalen TRP-Proteinen.

Professor Michael Schäfer und PD Dr. Kerstin Hill vom Rudolf-Boehm-Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Leipzig unterstützen die federführende Ludwig-Maximilians-Universität München mit einem Teilprojekt, das den Einfluss von wirkstoffähnlichen Verbindungen auf Krankheiten mit TRP-Kanal-Zusammenhängen untersucht.

Mehr erfahren

Der Transregio 360 "Eingeschränkte Quantenmaterie", Sprecher István Kézsmárki von der Universität Augsburg, möchte das grundlegende Verständnis von Quantenmaterie vorantreiben und die Nutzung von Einschränkungen zur Erzeugung neuartiger Quantenzustände ermöglichen.

Professor Alexander Tsirlin vom Felix-Bloch-Institut für Festkörperphysik forscht hierin im Teilprojekt "Dynamik seltenerdbasierter frustrierter Magnete".

mehr erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Graduiertenkollegs

mehr erfahren

Forschungsgruppen

mehr erfahren

Schwerpunkt­programme

mehr erfahren

Emmy Noether-Nachwuchs­forschungs­gruppen

mehr erfahren

Heisenberg-Programm

mehr erfahren

Nationale Forschungsdaten­infrastruktur

mehr erfahren